Erstellt am 08. Juni 2016, 05:25

von René Denk

Waldland setzt auf Bio-Gerstengras. Gersten- und Weizengras wurden heuer erstmals in drei Bezirken angebaut. Erste Erträge der Sonderkulturen sind vielversprechend.

Die Firma Waldland beginnt im Bezirk Zwettl mit ihrer ersten Ernte von Bio-Gerstengras und Weizengras. Qualitätsmanager Rudolf Marchart sieht darin großes Potenzial, Pflanzenbauberaterin Silvia Kurz sieht die Pflanze als guten Einstieg für Landwirte, die sich für den Anbau von Sonderkulturen interessieren.  |  NOEN, Foto: René Denk
Innovativ präsentiert sich die Firma Waldland auch im heurigen Jahr: Erstmals wurde Bio-Gersten- und -Weizengras angebaut. Die erste Ernte soll diese Woche bereits im Bezirk Zwettl starten. Vor zwei Wochen wurde mit der Ernte in Klein Meiseldorf im Bezirk Horn begonnen, und die Erträge sind vielversprechend, wie Waldland-Prokurist Rudolf Marchart im NÖN-Gespräch erklärt.



„Heuer starteten wir den ersten Versuch mit Feldern in den Bezirken Zwettl, Horn und Waidhofen. Wir rechnen damit, dass wir heuer zwei Mal ernten können. Nahezu 25 Hektar wurden angebaut“, so Marchart, der eine große Nachfrage nach Bio-Gerstengras am Markt sieht. Dabei wird Waldland zu 90 Prozent exportieren, vor allem nach Deutschland. Im nächsten Jahr kann sich Marchart vorstellen, auch drei Mal zu ernten, und zwar indem man ganz spät im heurigen Jahr aussät. So könne man in der zweiten, dritten Aprilwoche, je nach Witterung, bereits das erste Mal ernten.

Investition macht Anbau der Kultur möglich

Gerstengras und Weizengras findet sich beispielsweise immer öfters in Smoothies (dickflüssige Fruchtgetränke), es hat viele Vitamine und Radikalfänger und ist probiotisch. Es gibt mittlerweile Studien, die eine besondere Wirkung im Darm belegen, Gerstengras soll beispielsweise Probleme mit einem Reizdarm lindern. Die Verarbeitung des Grases ist deshalb möglich, weil Waldland in einen neuen Bandtrockner investiert hat.

Insgesamt zwölf Felder befinden sich in Klein Meiseldorf, Werschenschlag, Wolfsberg, Grafenschlag, Kaltenbrunn und Rappolz. Qualitätsmanager Marchart rechnet heuer mit einer Ernte von rund 30 Tonnen, im nächsten Jahr möchte er auf eine Ernte von 50 Tonnen kommen. „Pro Hektar können wir mit 700 bis 800 Kilogramm an getrocknetem Gerstengras rechnen. Man muss sich vorstellen, dass wir im Trocknungsprozess aus acht Kilogramm Erntemenge ein Kilogramm erhalten“, erklärt Marchart.

Die Arbeit ist für einen Bio-Kräuteranbau relativ wenig aufwändig und kann zum Großteil maschinell erfolgen. Was aber wichtig ist: „Der Landwirt muss dabei eine punktgenaue Pflege einhalten. Die Zeitpunkte sind dabei immens wichtig“, weiß Pflanzenbauberaterin Silvia Kurz. Sonst würde sich der Aufwand auf ein Mehrfaches steigern. Gersten- und Weizengras seien ein guter Einstieg für Landwirte, die sich künftig mit Spezial- und Sonderkulturen beschäftigen wollen. Rund 830 Landwirte sind derzeit Mitglieder von Waldland.