Erstellt am 28. April 2016, 04:44

von Petra Vock

Blick auf das Grauen. Im Zentrum des spartenübergreifenden Festivals stehen heuer die Themen Flucht und Postkolonialismus.

Mit dem Thema Flucht beschäftigt sich die Performance »Niemand hat euch eingeladen« des Kollektivs »God's Entertainment«.  |  NOEN, Rolf Arnold

Als "Manifest der Nicht-Norm" und des "postkolonialen Blicks auf eine Welt des Grauens" – so beschrieb Tomas Zierhofer-Kin das Selbstverständnis des heurigen Donaufestivals, das von 29. April bis 7. Mai zwischen Minoritenkirche und Messegelände über die Bühne geht. Es ist das 12. und letzte unter seiner künstlerischen Leitung, danach wird Zierhofer-Kin Intendant der Wiener Festwochen.

Im Zentrum des heurigen Donaufestials steht das Thema Flucht. So ist etwa die Performance „Niemand hat euch eingeladen“ des Wiener Theaterkollektivs „God‘s Entertainment“ ein Versuch, andere Zugänge zum Flüchtlingsthema zu finden, und die Performance „Frail Affinities“ des Kollektivs Saint Genet thematisiert die tragische Flucht amerikanischer Siedler anno 1846.

„Appell zu einem neuen Denken,
Handeln und Empfinden“

Mit der Manipulation von Körpern in der westeuropäischen wie kongolesischen Gesellschaft beschäftigt sich dieChoreografin Elisabeth Bakambamba Tambwe, und in der Performance „Dschingis Khan“ des deutschen Kollektivs „Monster Truck“ wird deutlich, dass auch Exotismus Ausdruck von Rassismus ist.

Die Statements der Künstler verstehen sich übrigens nicht nur als Ausdruck des Grauens, sondern auch der Hoffnung und als „Appell zu einem neuen Denken, Handeln und Empfinden“, wie Zierhofer-Kin postulierte.

Das Musikprogramm bestreiten Tim Hecker, Pantha du Prince, DJ Koze, die Post-Rock-Band Mogwai und viele andere.

Bis zum Ende des Festivals ist die „Kunstinspektion Donau“ im Stadtcafé Ulrich stationiert und lädt im Rahmen eines ungewöhnlichen Kunst-Projektes alle Kremser dazu ein, Missstände aller Art „anzuzeigen“ (die NÖN berichtete).

Programm und Infos: www.donaufestival.at .