Erstellt am 02. April 2016, 04:14

von Thomas Werth

„Brauchen die Parkplätze“. Innenstadt-Unternehmer machen sich für das Projekt "Südtirolerplatz" stark. Städte wie Tulln und St. Pölten würden zeigen, für welche Impulse eine Tiefgarage sorgen könne.

Die Innenstadt-Unternehmer freuen sich großteils auf die Neugestaltung des Südtirolerplatzes und befürworten die Errichtung einer Tiefgarage.  |  NOEN, göbl architektur zt

„Wir brauchen Impulse in der Innenstadt, daher ist dieses Projekt so wichtig“, sagt Wirtschaftskammer-Obmann Thomas Hagmann über das Bauvorhaben am Südtirolerplatz (Tiefgarage und Oberflächengestaltung). Bei mehreren informellen Treffen der Innenstadt-Unternehmer habe sich laut Hagmann gezeigt, dass alle positiv von dem Projekt sprechen.

„Ich verstehe natürlich, dass es Anrainerbedenken gibt, die auch mittels Mediation berücksichtigt werden sollten. Aber wir müssen froh sein, dass es solche Investoren gibt“, meint Hagmann. Gespräche mit anderen Städten würden die positiven Auswirkungen bestätigen: „In Tulln oder St. Pölten spricht keiner negativ über die dortigen Umsetzungen.“ Der WK-Obmann sieht in dem politischen Wirbel um das Projekt eher eine Ablenkung von anderen Problemen in der Stadt.

"Zu 101 Prozent zu befürworten"

Auch Uhrmacher Fritz Reiter freut sich auf die Neugestaltung. „Alles, was Parkplätze schafft, ist zu 101 Prozent zu befürworten. Etwas Besseres kann uns nicht passieren. 20 Jahre ist uns die Politik bei der Parkraumbewirtschaftung in den Rücken gefallen, die Umsetzung sollte nun so rasch wie möglich erfolgen.“ Ähnlich argumentiert Ulf Elser von der Adler Apotheke: „Ich sehe das Projekt sehr positiv. Der einzige Wermutstropfen ist, dass es 20 Jahre zu spät kommt. Wir merken seit Jahren, dass die Parkplatz-Situation zu dramatischen Einbußen führt.“

Vor allem für Auswärtige wäre die Tiefgarage eine enorme Verbesserung. „Es mag sein, dass es schon genug Parkplätze gibt. Aber die Unübersichtlichkeit und das Herumirren durch die Innenstadt auf der Suche nach einem Parkplatz würde man sich durch eine Tiefgarage ersparen. Wenn ich nach St. Pölten fahre, stelle ich mein Auto auch lieber in eine Tiefgarage“, erklärt Elser. Aber nicht nur auf die unterirdischen Baumaßnahmen, auch auf die Oberflächengestaltung freut sich der Apotheken-Chef: „Krems fehlt ein zentraler Veranstaltungsplatz.“ Die Auswirkungen der Bauphase weiß Elser aber noch nicht einzuschätzen: „Sie wird mühsam, aber zumindest gehen am Südtirolerplatz selbst nicht so viele Parkplätze verloren.“

„Staub haben wir schon genug gehabt“

Die Vorfreude auf die Bauarbeiten hält sich auch bei Glasermeister Rainer Schiffinger in Grenzen. „Wir haben dann wieder ein Jahr lang Staub, davon hatten wir in letzter Zeit durch Leitungsverlegungen schon genug.“ Größer ist dafür die Freude, wenn er an den neuen Südtirolerplatz denkt. „Parkplätze kann man nie genug haben.“

Er weiß aber auch um die Problematik: „Wenn man tausend Leute fragt, hat man tausend Meinungen. Es wird schon wieder zu viel darüber geredet – das ist der klassische Kremser.“