Erstellt am 25. Februar 2016, 04:04

von Jutta Hahslinger

"Brauchte Geld für Kranke". Geld aus unbekannter Quelle leitete Lerchenfelder gegen Provision weiter und beging damit das Vergehen der Geldwäsche. / 

Der Mann jener Ex-Bankbeamtin, die sechs Jahre bekam, wurde vom Vorwurf der Geldwäsche freigesprochen.  |  NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at

Kein Einkommen, Schulden: Als die Geldsorgen einem 49-jährigen Lerchenfelder über den Kopf wuchsen, er sogar Probleme bekam, für die Pflege seiner schwerkranken Frau aufzukommen, überlegte er nicht lange, als ein E-Mail ins Haus flatterte und mit schnell verdientem Geld lockte.

Er müsse nur sein Konto zur Verfügung stellen und eintrudelnde Geldbeträge einfach weiter überweisen, hieß es in der Nachricht. Die Aussicht auf schnell und leicht verdientes Geld ließen den 49-Jährigen jegliche Bedenken verdrängen.

"Ich habe es nicht für mich gemacht“

„Anfangs habe ich an nichts Verbotenes gedacht. Erst später ist mir klar geworden, dass das eine kriminelle Geschichte ist. Da war es aber schon zu spät. In die Ukraine habe ich an eine Frau Ludmilla 3.880 Euro überwiesen und dafür 815 Euro Provision erhalten. Dann gingen noch 2.690 Euro nach Nigeria“, gestand der Lerchenfelder vor Gericht ein und beteuerte: „Ich brauchte wirklich dringend Geld für meine schwerkranke Frau. Ich habe es nicht für mich gemacht.“

„In der Sekunde weiß man, dass es sich dabei um ein illegales Geschäft handelt“, entgegnete Richterin Monika Fasching-Lattus streng. Sie ließ aber Gnade walten und nahm bei der Strafbemessung Bedacht auf die schweren sozialen Umstände des Beschuldigten: Sie verhängte über den bislang unbescholtenen Lerchenfelder fünf Monate auf Bewährung.