Erstellt am 18. Oktober 2016, 04:55

von Thomas Werth

Falscher Alarm: „Mordopfer“ wartete nur auf seine Katze. Zug-Passagier glaubte, Toten mit Messer in der Brust zu sehen. Doch der Mann saß nur auf Stuhl, „Tatwaffe“ war Gehstock.

Gehstock mit Messer verwechselt  |  Symbolbild

„Hier sitzt ein Mann mit einem Messer in der Brust auf einer Terrasse. Ich sehe auch Blut.“ Mordalarm in Brunn im Felde?

Zumindest wenn es nach den Schilderungen jenes Zugpassagiers geht, der am Samstag der Vorwoche gegen 10.45 Uhr beim Halt in Gedersdorf aus dem Fenster blickte und das vermeintliche Opfer entdeckte und die Polizei alarmierte. Diese rückte zusammen mit der Rettung natürlich sofort aus.

Als man bei der angegebenen Adresse erschien, fehlte aber jede Spur von dem „Toten“. Dieser war nämlich bereits zum Einkaufen nach Krems unterwegs. Denn der Zeuge dürfte sich offensichtlich getäuscht haben. Der Mann saß zwar tatsächlich auf einem Stuhl, wartete aber wie fast jeden Tag auf seine Katze, die im Freien unterwegs war.

Gehstock mit Messer verwechselt

In der Zwischenzeit genoss er die Sonnenstrahlen, sein Gehstock war dabei an seinem Sessel angelehnt (der Passagier dürfte diesen durch die Entfernung mit einem Messer verwechselt haben). Dabei dürfte der Pensionist auch kurz eingenickt sein.

„Auch wenn der Zeuge etwas überreagiert hat: Es hätte ja wirklich etwas passiert sein können“, nimmt ein Polizist den falschen Alarm gelassen.