Erstellt am 13. Oktober 2015, 03:52

von Thomas Werth

Bus-Ärger in Krems: Suche nach Lösungen. Anfang November sollen bei einem Treffen Vorschläge für eine Verbesserung der Linien 1 und 4 gesammelt werden.

Vor allem in den Morgenstunden steht die Linie 4 häufiger im Stau. Davon ist dann auch die Linie 1 betroffen.  |  NOEN, Gertrude Lechner

Die gute Nachricht für Buskunden: Anfang November hat Verkehrstadtrat Alfred Scheichel Vertreter der Straßenbauabteilung des Landes und der Stadtentwicklung sowie Stadtbus-Leiter Christian Braun zu einer Besprechung über die Optimierung des Stadtbusses geladen. Die schlechte Nachricht: Eine Lösung scheint nicht garantiert zu sein.

Wie berichtet, haben Buskunden den Stadtbus heftig kritisiert. Vor allem die Situation in Stein ist für viele untragbar. „Mindestens zwei Mal in der Woche fällt der Bus der Linie 1 komplett aus“, ärgerte sich Tina Aigner. Hintergrund: Vor etwa sechs Jahren wurden die Linien 1 (Stein) und 4 (Rehberg) aus Kostengründen zusammengelegt, wodurch nun ein gemeinsamer Bus je 30 Minuten für jede der beiden Routen zur Verfügung hat.

Bleibt er allerdings im Verkehr hängen, kann er den Fahrplan nicht mehr einhalten. Dies passiert vor allem morgens und mittags auf der Linie 4. „In diesen Zeiten gehen unzählige Schüler vom Bahnhof zur HLF und HAK oder zurück und müssen dabei häufig Straßen überqueren. Von den Stauungen sind aber alle Verkehrsteilnehmer betroffen, nicht nur die Busse“, erklärt Scheichel.

Kurz-Route in Stein als Notfall-Maßnahme

Die Folge: Im schlimmsten Fall musste die Stein-Route aus Zeitgründen komplett ausfallen. Hier hat die Stadt bereits reagiert. Scheichel: „Wir haben seit zwei Wochen eine Notfall-Lösung ins Leben gerufen.“ Soll heißen: Kommt der Bus der Linie 4 mit Verspätung zum Bahnhof, kann er nun eine verkürzte Linie-1-Route nach Stein fahren, damit zumindest die Schüler zur Schule kommen. „Uns ist bewusst, dass das aber nicht das Problem löst“, so Scheichel.

Dies soll eventuell durch die Expertenrunde Anfang bis Mitte November passieren. „Wir werden beratschlagen, wie man die Situation verbessert“, erklärt Scheichel. Dies könne eine „großräumige Lösung“ ebenso sein wie die Ausreizung der Ampelanlagen. Eine Änderung der Linienführung sei laut Braun hingegen nicht denkbar: „Das schaffen wir nicht ohne Qualitätsverlust. Wenn wir Haltestellen streichen, gibt es dort Beschwerden.“

„Wir können den Schülern ja nicht
einfach verbieten, über einen
Zebrastreifen zu gehen“

Bereits stattgefunden hat in der Vergangenheit ein Treffen mit den Direktoren der Schulen. „Wir haben überlegt, wie wir das Problem mit den Massen an Schülern in den Griff bekommen können. Aber wir können ihnen ja nicht verbieten, über den Zebrastreifen zu gehen“, schildert Scheichel.

Scheichel wie Braun betonen aber, dass neben dem Stadtbus zahlreiche weitere Linienbusse in Krems verkehren. „Es ist nicht selten, dass ein Stadtbus mit Schülern überfüllt, der Linienbus, der kurz danach fährt, hingegen fast leer ist“, erklärt Braun, der betont: „Die Stadtbus-Tickets gelten auch in den anderen Linienbussen.“

Kein Budget für Fahrt in den Gewerbepark

Ein ständiger Kritikpunkt an dem Stadtbus sind auch die gestrichenen Fahrten in den Gewerbepark. „Wir sind hier sehr viele ‚leere Kilometer‘ gefahren, die entstandenen Kosten sind in keinem Verhältnis zur Auslastung gestanden“, erklärt Scheichel das damalige Aus dieser Linie. Allerdings gebe es bereits einen ausgearbeiteten Plan für eine Reaktivierung.

„Es ist meine Bestrebung, den Gewerbepark wieder mit dem Stadtbus anzufahren“, so Scheichel. Denkbar sei es, den Gewerbepark etwa vier Mal täglich, alle zwei bis drei Stunden, anzufahren und etwa auch die Mitterau, Weinzierl und Lerchenfeld in die Route einzubinden. Was fehlt, ist noch das Geld. Scheichel: „Es ist derzeit nicht im Budget vorgesehen. Ich werde aber am Ball bleiben.“

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„Sind Sie mit dem Kremser Stadtbus zufrieden?“ wollte die NÖN von ihren Lesern bei einer Online-Umfrage wissen. Hier das Ergebnis: