Erstellt am 13. Februar 2016, 13:28

von APA/Red

Cerha-Ausstellung im Kremser Forum Frohner. Zum 90. Geburtstag von Friedrich Cerha zeigt das Forum Frohner in Krems - in Kooperation mit dem Archiv der Zeitgenossen - Sammlung künstlerischer Vor- und Nachlässe an der Donau-Universität Krems - einen bisher weniger bekannten Aspekt im vielseitigen Schaffen des Jubilars.

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In der Ausstellung "Friedrich Cerha. Sequenz & Polyvalenz" wird das bildnerische Werk des Komponisten präsentiert.

Bei der Vernissage am Samstagvormittag erläuterte Cerha im Gespräch mit Dieter Ronte, Präsident der Adolf Frohner Privatstiftung, mit "erfrischender Verschmitztheit und Bescheidenheit" (so Landesrätin Barbara Schwarz in ihren Eröffnungsworten) seinen Werdegang als bildender Künstler. Musik und bildende Kunst "liefen immer nebeneinander her", so Cerha, aber "da mir der Ehrgeiz gefehlt hat, wusste niemand davon. Ich bin nun mit meinen 90 Jahren sozusagen ein Debütant."

Besondere Beziehung zu Frohner

Zu Adolf Frohner hat Cerha aus gemeinsamen Weinviertler Kindheitstagen eine besondere Beziehung, aber auch zahlreiche andere Künstler kennt er seit den legendären "Strohkoffer"-Tagen, sei jedoch "immer bemüht, mir ein eigenes Urteil zu bilden". Ronte zeigte sich beeindruckt von Cerhas Eigenart, alle "künstlerischen Denksysteme aufgehoben" und vieles an Entwicklungen vorweggenommen zu haben: "Ich bewundere Ihre Wachheit, Freiheit und Selbstständigkeit". Der dermaßen Gelobte will die Frage nach dem Verhältnis zwischen Musik und bildender Kunst allerdings unbeantwortet lassen: "Ich weiß das nicht!"

Theresia Hauenfels, Kuratorin der Ausstellung, hat aus ungefähr 1.000 vorliegenden Arbeiten eine aussagekräftige Auswahl getroffen. Sie wies auf die Bedeutung geometrischer, oft ins Reliefhafte gehender Strukturen in Verbindung mit Materialität der Farbe hin. Die Symmetrie sei zwar aufgehoben, doch folgten die Bilder einer inneren Logik. Cerha, der sich - wie Frohner - als Sammler von Fundstücken outete, dazu: "Ich habe ein Bedürfnis nach der dritten Dimension. Eines der Bilder habe ich mithilfe von Spachtelmasse für den Swimmingpool angefertigt. Es befand sich dann 30 Jahre lang im Freien, jetzt ist es so abgewittert, dass es mir wieder gefällt."