Erstellt am 26. Februar 2016, 04:04

von Jutta Hahslinger

Crash im Liebesschmerz. Bei Verhandlung für Freund gelogen, danach von ihm verlassen: Aufgelöst setzt sich 20-Jährige aus dem Bezirk Krems ans Steuer und baut im Waldviertel einen schweren Unfall.

 |  NOEN, Symbolbild

Gestützt auf einen Gehstock betritt die 20-Jährige aus dem Bezirk Krems den Gerichtssaal. Sie leidet noch immer an den Folgen des schweren Unfalls, den sie am 24. September vergangenen Jahres im Bezirk Zwettl selbst verschuldet hat. Das gibt die Angestellte auch unumwunden zu. Vom Unfall selbst weiß sie nichts mehr. „Sie kollidierten mit einem Auto, dessen Lenker wurde schwer verletzt“, konfrontiert Richter Gerhard Wittmann die Beschuldigte mit den Folgen.

„Es tut mir sehr leid“, beteuert die 20-Jährige und sieht in ihrer damals schlechten Verfassung den Grund für ihren Fahrfehler. Drei Tage zuvor habe sie ihren Freund vor einer Verurteilung wegen Körperverletzung „bewahren“ wollen und falsch ausgesagt, gesteht sie ein.

"Sie sind schon schwer bestraft“

„Sie handelten sich damit ein Strafverfahren ein und als Dank hat sich der Freund von Ihnen getrennt. Emotional angeschlagen, haben Sie sich dann ans Steuer gesetzt“, bringt es der Richter auf den Punkt. „Es war ein großer Fehler“, sieht die 20-Jährige ein.

„An den Unfallfolgen - zertrümmerte Hüfte, Becken- und mehrfache Beinbrüche - werden Sie noch lange laborieren. Sie sind schon schwer bestraft“, sagt der Richter und verhängt über die bislang unbescholtene Angestellte vier Monate bedingt.