Erstellt am 14. September 2015, 08:12

von Thomas Werth

"Das Viech muss weg". Brieftaube in Gastgarten ärgert Betreiber. Tierschutzverein wurde alarmiert: "Holt den Vogel oder es kommt ein Jäger."

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Große Aufregung um einen kleinen Vogel! Weil eine Brieftaube Halt im Garten eines Gästehauses in der Wachau machte, wurde der Kremser Tierschutzverein alarmiert. „Mitten in der Nacht meldete sich die Dame am Notruf-Telefon, weil das Tier auf einem Fensterbrett nächtige und sein Geschäft dort verrichte. Außerdem würden die Geräusche stören“, erklärte Tierheim-Obfrau Nina Zinn-Zinnenburg.

Ihr blieb nichts anderes übrig, als ein Einfangen der Taube zu organisieren. „Die Frau betonte mir gegenüber zwar ihre Tierfreundlichkeit, sagte aber, dass das ,Viech‘ unbedingt verschwinden müsse, sonst würde sie einen befreundeten Jäger holen, der das Tier abschießt“, erklärt Zinn-Zinnenburg.

Am Mittwoch kontaktierte sie einen Mann aus Herzogenburg, der bei Einbruch der Dunkelheit das Tier einfangen und mitnehmen konnte.

"Jetzt soll ich auch noch für das Viech zahlen"

Da der Mann extra anreisen musste, ersuchte Zinn-Zinnenburg die Gästehaus-Betreiberin am Telefon, dem ehrenamtlichen Helfer einen Fahrtspesenersatz anzubieten. „Da sagte sie: ,Jetzt soll ich auch noch für das Viech zahlen‘, und legte auf“, erklärt die Tierheim-Obfrau.

Sie vermutet, dass sich das Tier möglicherweise nur von den Strapazen des Fluges erholt hat. „Es ist unbegreiflich, dass eine Taube im Garten störend sein kann. Ein Fensterbrett ist auch schnell gereinigt. Und die Gäste werden eine harmlose Brieftaube nicht als Beeinträchtigung empfinden“, so Zinn-Zinnenburg, die darauf hinweist, dass die Taube laut Tierschutzgesetz vertrieben, aber nicht verletzt oder getötet werden darf.
Kurios: Laut Zinn-Zinnenburg war der Mann der Betreiberin vor vielen Jahren selbst im Vorstand des Tierschutzvereins aktiv.