Erstellt am 12. Januar 2016, 04:28

von NÖN Redaktion

„David“ mit Strom geschockt. Ein 15-jähriger Huskymischling hatte ein verbotenes Elektrohalsband um. Der Amtstierarzt erstattete umgehend Anzeige gegen die Besitzer des Hundes. Kein Kavaliersdelikt.

Sie befreiten den entlaufenen Mischlingshund David von seiner quälenden und streng verbotenen »Ausrüstung«: Kathi Sonnleitner (links) und Isabella Schmidl vom Kremser Tierschutzverein kümmerten sich um das vor Kälte zitternde Tier. Fotos: Specht  |  NOEN, Specht
Andrea Specht und ihre Mitarbeiter vom Tierheim Krems trauten ihren Augen nicht, als sie zu einem Einsatz in den Bezirk Tulln ausrücken mussten.

Ein entlaufener, vor Kälte zitternder Huskymischling hatte eine Würgekette um den Hals und war außerdem noch mit einem verbotenen Elektroschock-Halsband „ausgestattet“. Das Tierheim rief den Amtstierarzt zu Hilfe, der sofort Anzeige gegen die Besitzer aus dem Wagram-Gebiet erstattete.

Schon der Besitz von „Teletok“ ist strafbar

„Über den Chip konnten wir die Besitzer rasch ausforschen“, berichtet die Obfrau des Tierheims, Nina Zinnenburg.

Der Huskymischling „David“ ist etwa 15 Jahre alt und scheint bis dato kein gemütliches Hundeleben gehabt zu haben. Aufgrund der Halsbänder fand der Tierarzt stark abgeschabte Fellstellen am Hals vor.

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Davids Herrchen wurde von der Bezirkshauptmannschaft Tulln verständigt. Er hat den Hund bereits abgeholt, einer Strafe wird der Besitzer aber nicht entgehen. „Die Eigentümer des Hundes wurden angezeigt“, berichtet Tullns Amtstierarzt Christoph Hofer-Kasztler.

Die Besitzer hatten David ein sogenanntes Teletok umgeschnallt. „Damit ist es möglich, dem Hund per Fernsteuerung einen Elektroschock zu versetzen. Komplett widersinnig, da der Hund nicht einmal merkt, was er falsch gemacht hat“, ist Hofer-Kasztler entschieden gegen dieses Halsband. Nicht umsonst ist die Anwendung in Österreich strengstens verboten.