Erstellt am 24. Mai 2016, 05:04

von Jutta Hahslinger

Dealer in die Falle gelockt und beraubt in Krems. Geldnöte brachten 17-jährigen Kremser auf die Idee, den Lieferanten von Suchtmitteln von zwei Freunden überfallen zu lassen.

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Das Stelldichein bei der Wiener Brücke in Krems mit dem vermeintlich künftigen Geschäftspartner und Helfer endete für den Drogenhändler mit einer bösen Überraschung: Zwei Burschen unterbrachen das Verhandlungsgespräch und attackierten ihn, während der entsetzt wirkende 17-Jährige Fersengeld gab.

Das Entsetzen des 17-jährigen Kremsers war nur gespielt, denn er wusste, was passieren wird: „Der Dealer wurde zu Boden geworfen und mit einem Messer in Schach gehalten. Dann wurden ihm 700 Euro Bargeld, ein Laptop, ein I-Pad sowie 8.000 Stück Psychotabletten geraubt“, schildert der Ankläger das Geschehen und wirft den Akteuren, den beiden Kremsern Angelo R. (20) und Christian K. (19) das Verbrechen des bewaffneten Raubes sowie Körperverletzung vor.

Das Duo gibt den Raub zu, beteuert aber: „Es war kein Messer im Spiel.“

"Wir brauchen eine Aussage"

„Sie wurden offensichtlich informiert, dass es bei einem bewaffneten Raub mehr Strafe gibt“, kommentiert Richter Gerhard Wittmann die teilgeständige Verantwortung der beiden, dann nimmt er den 17-Jährigen ins Verhör. Der will auch nichts von einem Einsatz einer Waffe gewusst haben. Er habe nur die Idee zu dem Raub geliefert. Bei der Planung sei nie die Rede von einem Messer gewesen, beteuert der Teenager.

Das Raubopfer, das den genauen Hergang des Überfalls schildern kann, fehlt. „Er hat es vorgezogen, der Verhandlung unentschuldigt fernzubleiben. Wir brauchen aber seine Aussage“, begründet Richter Gerhard Wittmann die folgende Prozessvertagung für R. und K.

Der Prozess gegen den 17-jährigen Ideenlieferanten geht ins Finale. Für den vorbestraften Teenager setzt es eine teilbedingte Freiheitsstrafe: 30 Monate, davon muss er zehn Monate hinter Gittern absitzen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.