Erstellt am 16. Januar 2016, 03:18

von Petra Vock

Dem Wein seine Kunst. 20 Jahre ist es her, dass Fritz Gall den "Phantastischen Regionalismus" kreiert hat - eine Leidenschaft, die ihn nicht loslässt.

Skulptur für die »Weißweinhauptstadt Krems«: Fritz Gall beim Wein-Obelisken in Förthof.  |  NOEN, Foto: J. Lechner

Seine "Weinkunst" prägt das Bild der Wachau mit: Die Marke "Phantastischer Regionalismus“ von Fritz Gall aus Mauternbach feiert inzwischen 20-Jahr-Jubiläum.

Der Weg zur Kunst war für den Elektroingenieur aus Gastein keineswegs vorgezeichnet. Nach Krems verschlug es ihn als 20-Jährigen wegen des Fußballs: Vom KSC engagiert, fand er hier seinen Lebensmittelpunkt.

Die Kunst entdeckte er 1990 in New York für sich: Da war er so fasziniert von Skulpturen Picassos, dass er selbst begann, Skulpturen zu schaffen – als Autodidakt: „Ich habe mir alles selbst angeeignet“, so Gall.

"Bin beseelt von meiner Region"

„Als ,Zugereister‘ hab ich mir dann über meine Identität Gedanken gemacht“, berichtet er. So entstand die „Weinkunst“: „Ich beschäftige mich mit den Materialien des Weines, der für unsere Region typisch ist, und benutze dafür den Begriff ,Phantastischer Regionalismus‘, weil ich so beseelt bin von meiner Region.“

Wobei die „Materialien des Weines“ sehr vielfältig seien, erklärt Gall: „Vom Glas über Weinstock, Rebe, Weinfass, Fassreifen bis zum modernsten Material des Weines, dem Edelstahl, aus dem die Weintanks gebaut sind.“

„Weindesign“ für Innenräume

Galls erste Ausstellung wurde 1996 vom damaligen Bürgermeister Franz Hölzl in Krems eröffnet. Hölzl war es auch, der Gall mit dem ersten größeren Werk beauftragte: dem Wein-Obelisken am Kreisverkehr Förthof – einer „Skulptur für die Weißweinhauptstadt Krems“. Der Wein-Obelisk besteht aus Weinstöcken aus Kremser Rieden sowie aus Edelstahl und ist ein Wein-Fruchtbarkeitssymbol.

Von Gall stammen auch der „Palter Becher“ am Kreisverkehr Furth/Palt – ein Weinkelch für die Winzervereinigung „Vinum Circa Montem“ – sowie der Weinskulpturenpfad in Loiben, der von der damaligen Dürnsteiner Kulturstadträtin und heutigen Landesrätin Barbara Schwarz ermöglicht wurde. Gall bietet Führungen über den Berg mit Weinverkostungen an.

Daneben macht er „Weindesign“ für Innenräume. Eine jüngere Entdeckung ist der Löss als Material: So kann etwa ein leuchtender Löss-Stern in Galls „GALLerie Weinengel“ in Kitzbühel besichtigt werden. Gall: „Die Weinkunst ist ein Thema, das mich seit 20 Jahren so richtig fesselt – immer noch.“

Nähere Infos: www.fgall.com