Erstellt am 19. Januar 2016, 04:08

von Thomas Werth

Droht durch Teuerung Parkplatz-Mangel in Krems?. Durch Preisanstieg planen Lenker auf Gratis-Stellplätze auszuweichen. Stadt möchte Situation halbes Jahr lang beobachten.

Viele Lenker planen, die Grüne Zone künftig zu meiden.  |  NOEN, Lechner

"Wenn die Stadt schon das doppelte von mir verlangt, dann suche ich mir halt eine Gratis-Alternative – und die Stadt bekommt gar nichts.“ Mails und Anrufe mit Inhalten wie diesen sind in der NÖN-Redaktion seit Bekanntwerden der Verdoppelung des Tagesticket-Preises in der Grünen Zone keine Seltenheit.

Viele Lenker kündigen an, lieber länger zu Fuß zu gehen, als mehr zu zahlen. Damit könnte der Preisanstieg auch Folgen für weitere Teile der Stadt haben. So wird der im Vorjahr neu geschaffene Parkplatz nahe der Stadtfeuerwehr als künftiger Gratis-Dauerparkplatz ins Visier genommen. Dies hätte wiederum unmittelbare Auswirkungen auf die Mitterau, zu deren Entlastung ja der Parkplatz überhaupt geschaffen wurde.

Für Verkehrsstadtrat Alfred Scheichel ist es aber jetzt noch zu früh, um zu beurteilen, wie das Verhalten der Parkplatzsuchenden sein wird. Er betont aber, dass die Stadt ab Februar dieses ein halbes Jahr lang beobachten wird.

Neuer Parkplatz beim Stadtgartenamt?

Eine mögliche Maßnahme wäre dann, den Parkplatz bei der Feuerwehr ebenfalls kostenpflichtig zu machen. „Es gibt dort aber noch Kapazitäten. Ich sehe zum aktuellen Zeitpunkt keinen Grund dafür“, beschwichtigt Scheichel. Stattdessen erwähnt er die – nicht neue – Idee, das ehemalige Areal des Stadtgartenamtes zum Parkplatz möglicherweise umzufunktionieren.

„Durch die Adaptierung zu einem Parkplatz entstehen für die Stadt zwar Kosten, die Fläche wäre aber eine gute Alternative im Bezug auf eine Erreichbarkeit zur Altstadt“, so Scheichel. Zudem erwähnt der Verkehrsstadtrat, dass in den stadteigenen Parkhäusern noch rund 100 freie Parkplätze „zu günstigen Konditionen“ zur Verfügung stehen.

Doch könnte – sollte das „Parkchaos“ im Zuge der Teuerung rund um die Grüne Zone tatsächlich ausbrechen – auch eine Erweiterung der Grünen Zone drohen? „Derzeit gibt es dazu keine aktuellen Planungen. Mich erreichen aber immer wieder Bürgerkontakte, die in manchen Stadtgebieten mit hohem Parkdruck eine Parkplatzbewirtschaftung gerne haben würden“, erklärt Scheichel.


Grüne Zone

Der Gemeinderat hat in seiner Dezember-Sitzung, wie ausführlich berichtet, eine Anhebung des Tagestickets in der Grünen Zone von zwei auf vier Euro mehrheitlich beschlossen. Alle anderen Tarife bleiben unverändert.

Doch was passiert mit den alten Tages-Parkscheinen? Diese können im Zuge einer Übergangsregelung auch einen Monat nach Preisanstieg noch verwendet werden. Wer also im Februar einen Tag lang in der Grüne Zone parken möchte, muss dann zwei alte Tages-Parkscheine ausgefüllt hinter die Windschutzscheibe legen.

Ab 1. März verlieren die Tagesparkscheine ihre Gültigkeit. Sie können aber bis 31. Jänner 2017 bei der Stadtkasse im Magistrat umgetauscht werden.

Gleicht der 4-Stunden-Tarif preislich derzeit noch einem Tagesticket, kann ab Februar etwa auch für fünf Stunden bezahlt werden, wofür dann 2,50 Euro (eine Stunde kostet 50 Cent) fällig wären. Ab acht Stunden Parkdauer ist der Tagesticket-Preis erreicht.

Die Verwendung von Handy-Parken ändert sich mit der Umstellung übrigens nicht. Das System berücksichtigt automatisch den neuen Tagestarif.

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