Erstellt am 08. März 2016, 04:39

von Karl Pröglhöf

"Druck auf Anrainer!". Die FPÖ wirft Investor Otmar Seidl vor, Druck auszuüben. Dieser wehrt sich heftig. Er will sich nur nicht als Betrüger bezeichnen lassen.

So soll der Südtirolerplatz nach dem Bau der Tiefgarage und der Neugestaltung der Oberfläche aussehen.  |  NOEN, Johann Lechner

Von etwa 600 eingeladenen Anrainern und sonstigen vom geplanten Bau der Tiefgarage auf dem Südtirolerplatz Betroffenen kamen in der Vorwoche zehn Prozent zur Bauverhandlung.
Das Verfahren dauerte mehrere Stunden.

Es gab zum Teil sehr emotionale Wortmeldungen, wobei es um die befürchteten Belastungen während der Bauphase ging. Zum anderen wurden Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit des Projektes in Frage gestellt. Dies ist jedoch eine politische Entscheidung. Abgewickelt wurde rein das behördliche Verfahren.

„Aus meiner Sicht ist das Verfahren zufriedenstellend verlaufen und ich rechne mit einem positiven Bescheid“, ist sich Investor Otmar Seidl aber auch bewusst, dass es dagegen Einsprüche geben wird, die den Baubeginn verzögern könnten.

FPÖ will Südtirolerplatz frei halten

Zu den Gegnern der Tiefgarage zählt von Anfang an die Kremser FPÖ. „Es gibt keine Bedarfserhebung. Wir brauchen diese Garage überhaupt nicht. Es geht um die Privatinteressen des Investors, der eine Garage für die Besucher seines Biergartens beim Brauhof will“, formulieren Stadtrat Werner Friedl und Gemeinderat Walter Rosenkranz.

Und sie gehen noch einen Schritt weiter: „Der Investor droht aufmüpfigen Anrainern mit Klagen und will sie so unter Druck setzen.“

Diesen Vorwurf will Seidl nicht auf sich sitzen lassen. „Es gibt nur eine Familie, die ein Schreiben von meinem Rechtsanwalt bekommen hat, weil sie mich in einer Eingabe an die Behörde als Betrüger bezeichnet hat. Das lasse ich nicht auf mir sitzen. Ich habe diese Familie aufgefordert, das zu unterlassen.“

Große Auswirkung auf die Verkehrsflüsse

In dieser Woche kommt es zu einer weiteren Verhandlung. Dabei geht es um die künftige Straßenführung im Bereich des Südtirolerplatzes. Geht es nach den Siegerplänen für die künftige Oberflächengestaltung, so fällt die „Diretissima“-Einfahrt entlang des Brauhofgartens in den Stadtgraben weg. Die Anbindung zwischen Utzstraße und Stadtgraben erfolgt über eine Schleife rund um den geplanten großen Platz.

Zu gravierenden Änderungen der Verkehrsflüsse wird es schon während der Bauphase kommen. Je nach Baufortschritt sind unterschiedliche Sperren und Umleitungen notwendig. So wird vorübergehend weder eine Zu-/Abfahrt in den Stadtgraben oder durch das Steinertor möglich sein.

Die Umleitung erfolgt über die Alauntalstraße, wo die Einbahn in Richtung Zentrum umgedreht wird, die Ausfahrt muss großteils über den Hohen Markt und die Wegscheid erfolgen. In diesen Bereichen ist mit einer zusätzlichen Verkehrsbelastung von 750 bis 1.500 Fahrzeugen pro Tag zu rechnen.

Es ist auch angedacht, Einbahnführungen in der Schmelz- und Schlüsselamtsgasse zu drehen und den innerstädtischen Anrainerverkehr über die Schmid- und Schwedengasse abzuleiten. Zwischendurch müssen auch Teile der Wichner-Straße und der Kasernstraße gesperrt werden.