Dürnstein

Erstellt am 10. August 2016, 05:00

von Gertrude Schopf

Innovativ: Fährzille mit E-Motor. Die traditionelle Holzzille, die als Fährschiff zwischen Dürnstein und Rossatz unterwegs ist, wird nun mit Strom betrieben.

Überfahrt mit der E-Motor-Zille: die Bürgermeister Johann Schmidl und Erich Polz, Landesrätin Barbara Schwarz, Betreiber Christian Thiery mit „Fährmann“ David Csali am Steuer.  |  Semrad

Seit knapp zehn Jahren zeichnet Hotelier Chris tian Thiery (Fähre Dürnstein GmbH & Co KG) für die Überfahrt zwischen Dürnstein und Rossatz verantwortlich. Seit neuestem fährt er ganz leise: Die Fähre wird mittels E-Motor angetrieben. „Der Umstieg von Benzin auf Strom erfolgte mit Unterstützung der E-Mobilität des Landes NÖ.

Die Fähre Dürnstein ist nun die erste auf der Donau, die mit Strom betrieben wird. Ein völlig neues Fahr-Erlebnis“, erzählt der Fährenbesitzer mit Stolz. Der E-Motor sei deutlich effizienter und bringe auch mehr Vorschub als die beiden bisherigen 20-PS-4-Takter-Dieselmotoren. Bis zur nächsten Saison soll dann auch eine Solar-Lösung gefunden werden, die ein Nachladen während des Betriebs zulässt.

Die Fähre Dürnstein hat eine sehr lange Tradition. Seit Jahrhunderten gab es an dieser Stelle eine Überfuhrmöglichkeit über die Donau. 1909 wurde eine Rollfähre installiert, die bis in die 70er Jahre von den Gemeinden Dürnstein und Rossatz betrieben wurde. Seit 1975 wurde mit motorisierten Zillen gefahren, 1977 erfolgte die Umstellung auf ein Polyester-Schiff.

Vor etwa 30 Jahren verkauften die Gemeinden den nicht mehr Gewinn bringenden Betrieb an Herbert Oberleitner, der 21 Jahre lang als Fährschiffer tätig war. Vor etwa zehn Jahren ging dann das Unternehmen an die Fähre Dürnstein GmbH & Co KG, „weil es sonst keiner mehr machen wollte“, so Thiery. Neben den Überfahrten bietet er mit mehreren Zillen auch Rundfahrten für verschiedene Anlässe, „damit halten wir uns ,über Wasser‘“. Es freut ihn allerdings schon, dass dieses jahrhundertealte Traditionsunternehmen noch immer besteht.