Erstellt am 26. Januar 2016, 10:57

von Thomas Werth

E-Autos: Kremser Ideenbewerb noch "überschaubar". Am 31. Jänner endet Konzeptsuche. Laut Christian Braun gibt es interessante Ideen, Zahl der Einsendungen sei aber bescheiden.

Fahrvergnügen.at kooperiert mit dem Einkaufszentrum Mariandl. Einen Car-Sharing-Standort betreibt der Verein in Krems aber derzeit nicht.Im Bild: Alexander Simader, Thomas Blumauer, Centerleiter Egbert Holz und Karl Nutz.  |  NOEN, privat

Ende des Monats endet der Ideenbewerb, mit dem die Stadt Konzepte für die Nutzung von E-Mobilität finden möchte. „Eine klimafreundliche Alternative zu herkömmlichen Fahrzeugen ist für die Umsetzung unserer Klimaziele von großer Bedeutung“, betonen die beiden Umweltgemeinderäte Albert Kisling und Thomas Höhrhan.

Doch der Bewerb scheint (noch) nicht die erhofften Ergebnisse zu liefern. „Es gibt interessante Ideen, bis jetzt ist die Zahl der Einsendungen aber noch überschaubar. Im Regelfall kommt aber kurz vor Ablauf noch einiges nach“, so Christian Braun vom Magistrat.

Nach Ablauf des Wettbewerbs werden die Ideen zusammengefasst und den politischen Entscheidungsträgern der Stadt vorgelegt. „Ziel ist es, eine Auflistung der Möglichkeiten von E-Mobilität für eine Stadt wie Krems zu haben“, so Braun.

Stadt fehlen Budgetmittel

Möglichkeiten wären der Zusammenschluss von Privatpersonen in Form eines Vereins, in dem sich ein Auto geteilt wird, ebenso wie einer von Unternehmen, die abwechselnd ein gebrandetes Elektroauto nutzen. Auch eine Kooperation einer Firma mit einer Genossenschaft wäre denkbar  – so könnten Parkplätze mit Stromanschluss für einen ganzen Wohnblock geschaffen werden. Undenkbar sei laut Braun allerdings, dass die Stadt selbst eine E-Auto-Flotte ankauft.

Für die Umsetzung der Ideen sind jedenfalls andere gefragt. „Man muss sich von dem Gedanken lösen, dass die Stadt der operative Part ist. Es fehlen Budgetmittel, um sie hier zur Verfügung zu stellen. Wir können es nur anderen schmackhaft machen“, erklärt Braun.

Im schlimmsten Fall könnte der Ideenbewerb aber auch gar nichts bewirken. „Die Gefahr, dass das passiert, ist mindestens genau so groß wie eine Umsetzung von Ideen“, gibt Braun zu.

Vorbilder: Traismauer und Herzogenburg

Dass es funktionieren kann, zeigt ein Blick nach Traismauer und Herzogenburg. Sie sind zwei der sieben Gemeinden, in denen der Verein fahrvergnügen.at ein E-Car-Sharing-Modell betreibt. In den Standorten Tulln, Ebreichsdorf und Neulengbach sind alleine zwischen Anfang Juli und Ende September 700 Betriebsstunden und 10.000 gefahrene Kilometer gezählt worden. In Krems wurde mit dem Mariandl ein neuer Partner gefunden: Während der Öffnungszeiten können E-Autos kostenlos geladen werden.

Matthias Zawichowski, Obmann des Vereins fahrvergnügen.at und Geschäftsführer des Kremser Raumplaners im-plan-tat, kündigt an, 2016 das Angebot auszuweiten – auch in der Kremser Region.

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