Spitz

Erstellt am 18. August 2016, 05:22

von Gertrude Schopf

Spitz: Sensationsfund auf dem Dachboden. Ein Werk des Martin Johann Schmidt oder eines seiner Schüler lagerte auf dem Dachboden des Rathauses.

Kunsthistoriker Herbert Giese, Gemeinderat Raimund Pichler und Bürgermeister Andreas Nunzer mit dem alten Gemälde.  |  Christian Leneis

„Wir haben da einige ,alte Schinken’ liegen – aber dass ein so bedeutendes Werk darunter ist, haben wir nicht im Geringsten vermutet.“ Gemeinderat Raimund Pichler ist noch immer ganz hin und weg von dem Sensationsfund: Auf dem Dachboden des Gemeindeamtes wurde ein Bild entdeckt, das aus der Hand des berühmten „Kremser Schmidt“ oder zumindest eines seiner Schüler stammen könnte.

Bei einer Besichtigung der historischen Brunnenfiguren wurde das Depot durchforstet. Dabei wurde das Gemälde entdeckt, das in die Zeit vor 1800 und der Werkstätte des Martin Johann Schmidt zugeordnet werden kann. Nachdem Bürgermeister Andreas Nunzer im vergangenen Jahr sämtliche historischen Artefakte sichern und aus den gemeindeeigenen Gebäuden im Gemeindeamt zusammenfassen ließ, dürfte das Bild aus den Beständen der „Stiftung Bürgerspital“ auf den Dachboden des Gemeindeamtes gelangt sein.

Auffallend am Fund war zunächst der vergoldete „Ochsenaugenrahmen“, der in die Frühzeit des 19. Jahrhunderts einzuordnen ist und unter Kunstliebhabern sehr geschätzt ist. Das Gemälde selbst weist Beschädigungen auf und zeigt die Heilige Dreifaltigkeit. Es könnte jedenfalls der Werkstatt des berühmten Barockmalers (1718-1801) zugeordnet werden.

Die Restaurierung wird vom Galeriebesitzer und Kunstsachverständigen Herbert Giese in Auftrag gegeben, der durch seine berufliche Tätigkeit Zugang zu den besten Restauratoren des Landes hat.