Erstellt am 19. Februar 2016, 05:29

von Thomas Werth

Eine Odyssee mit Rückenschmerzen. Ein Kremser klagt an: Im Krankenhaus keine Behandlung, in Röntgeninstitut nur untersucht, weil er selbst bezahlt hat.

 |  NOEN, Symbolbild
„Es ist ein Fall, der symptomatisch ist für das, was in unserem Gesundheitssystem schiefläuft“, fasst Patientenanwalt Gerald Bachinger den jüngsten Leidensweg eines Kremsers zusammen.
Dieser plagte sich bereits seit einigen Tagen mit starken Rückenschmerzen herum. Zunächst reichte eine Spritze des Hausarztes. Doch am Sonntag der Vorwoche wurden die Schmerzen so schlimm, dass seine Frau mit ihm ins Spital gefahren ist. „Er bekam nur eine Schmerz-Infusion. Dabei sollte ja abgeklärt werden, was los ist“, ärgert sich seine Frau.

Die beiden fuhren also wieder nach Hause. Tags darauf konnte der Kremser allerdings nicht einmal mehr aufstehen – er wurde mit der Rettung wieder in das Krankenhaus gebracht. „Dieses Mal wurde er kommentarlos zu einem Orthopäden geschickt“, erzählt seine Gattin. Von diesem hat er eine MRT-Überweisung in das Röntgeninstitut Schneider erhalten.

„So eine Versorgung ist nicht zu tolerieren"

Doch auch dort sollte nicht alles reibungslos funktionieren. „Wir hätten erst Mitte März einen Termin bekommen. Allerdings sei am nächsten Tag ein Patient ausgefallen. Wenn wir die 230 Euro selbst bezahlen, können wir diesen Termin haben“, schildert sie. Und das taten sie dann auch. Schließlich wurden laut der Frau Schäden bei einem Wirbel diagnostiziert. „So eine Versorgung ist nicht zu tolerieren. Eine alte Frau, die 800 Euro im Monat verdient und sich das nicht leisten kann, müsste vier Wochen mit Schmerzmitteln leben.“

Ob das Krankenhaus richtig gehandelt habe, könne Bachinger ohne genauen Einblick in die Unterlagen nicht sagen („Schmerzen sind nicht immer ein Grund, zwangsläufig ins Spital zu fahren“). Es verdeutliche aber, dass der stationäre nicht gut mit dem niedergelassenen Bereich zusammenarbeite, die größer werdenden Versorgungslücken von Ambulanzen nicht übernommen werden können. Deutlich ist seine Kritik an der MRT-Wartezeit: „So zwingt man Leute ins Krankenhaus, wo sie dann wieder weggeschickt werden, weil dort MRT-Untersuchungen nur für stationäre Aufenthalte vorgesehen sind. Dabei sind viele Institute nicht so ausgelastet, wie sie immer tun.“

Franz Schneider betont, dass die Familie nicht den Termin bekommen habe, weil ein Patient ausgefallen sei und sie dafür zahlen. „Sie haben einen Termin in der Privatordination bekommen, weil dort etwas frei war. Das wird gerne verwechselt. Dort haben wir aber ein eigenes MRT-Gerät, das sogar stehende Untersuchungen ermöglicht.“ Vom Krankenhaus kam bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme.