Erstellt am 24. November 2015, 06:03

von Thomas Werth und Markus Glück

EU-Battlegroup: „Sind dafür ausgebildet“. Mautern übernimmt ab Juli 2016 die Logistik-Leitung der EU-Battlegroup. Über Auswirkungen der Terroranschläge auf die Streitkräfte gibt es noch keine Auskunft.

Im Sommer übte der österreichische Teil der Battlegroup erstmals für das zweite Halbjahr 2016.  |  NOEN, Foto: Bundesheer
Im Sommer trainierten erstmals 340 österreichische Berufssoldaten des Logistikbataillons unter dem Kommando des Mauterner Oberst Michael Lippert für ihren Einsatz in der EU-Battlegroup. Wie berichtet, übernimmt das österreichische Bundesheer unter Mauterner Kommando ab Juli 2016 für sechs Monate die logistische Führung der Krisenreaktionskräfte der Europäischen Union.

Doch wie wirken sich die Terroranschläge von Paris auf die EU-Battlegroup aus? Dietmar Rust, Sprecher des Verteidigungsministeriums, erklärt, dass am Treffen der EU-Verteidigungsminister in Brüssel vereinbart wurde, dass Frankreich in bilateralen Gesprächen seinen Bedarf an militärischem Beistand artikuliert habe. „Nach Prüfung durch die Experten im Verteidigungsministerium wird dann auf politischer Ebene eine Entscheidung getroffen“, schildert Rust. Aus diesem Grund könne man laut Rust derzeit noch keine Aussage über Art und Umfang eines möglichen Einsatzes treffen.

Dieser müsste ohnehin zuvor zwei Mal abgesegnet werden: zunächst vom Rat der EU und anschließend vom Nationalrat. „Wobei die Neutralität eine Rolle spielt“, betont Christoph Habisohn, Offizier für Öffentlichkeitsarbeit des Logistikbataillons.

"Auch für Einsätze gegen Terrorismus ausgebildet"

Die EU-Battlegroup deckt Szenarien wie friedenserhaltende Einsätze, Stabilisierungs- und Wiederaufbaumaßnahmen nach Konflikten, friedensschaffende Maßnahmen, humanitäre Einsätze oder Rettungseinsätze ab. „Wir sind also auch für Einsätze gegen den Terrorismus ausgebildet“, erklärt Habisohn. Das Logistikbataillon besteht aus 340 Soldaten, kann aber im Bedarfsfall auf die vom Nationalrat festgelegte Obergrenze von 500 aufgestockt werden. Es ist unter anderem für die komplette Versorgung und Transportaufgaben in einem möglichen Einsatzfall zuständig.

Neben dem Logistikbataillon besteht die Battlegroup aus einem Infanteriebataillon, Kampfunterstützungs- und Sanitätssoldaten und kann mit Marine- und Luftstreitkräften sowie Spezialeinsatzkräften ergänzt werden. Innerhalb von fünf Tagen nach der politischen Entscheidung sind die Krisenreaktionskräfte mit bis zu 3.000 Soldaten abmarschbereit – sie können bis zu 120 Tage lang im Einsatz stehen. Zwei Battlegroups mit einem Aktionsradius von 6.000 Kilometer um Brüssel halten sich pro Halbjahr einsatzbereit.