Erstellt am 26. April 2016, 04:44

von Thomas Werth

Foodcoop: In Krems droht keine Anzeige. Probleme in Oberösterreich dürften keine Folgen für Kremser Verein haben.

 |  NOEN, Symbolbild

In Oberösterreich plant die Wirtschaftskammer eine Anzeige gegen fünf sogenannte FoodCoops. Sie sehen in den als Verein organisierten Einkaufsgemeinschaften einen Verstoß gegen das Gewerberecht.

Auch in Krems gibt es seit Anfang des Jahres eine „Krekoodel“ genannte FoodCoop.

Dieser drohe aber kein derartiger Gegenwind. Zwar betont WK-Bezirksstellenleiter Herbert Aumüller, dass sich FoodCoops an die gleichen Spielregeln halten und ein Gewerbe anmelden müssen, wenn eines ausgeübt wird. „Die rechtliche Beurteilung von FoodCoops kann aber nur fallbezogen passieren, da unterschiedliche Organisationsformen bestehen“, so Aumüller.

Wenn es sich um lose Zusammenschlüsse handle, bei der Vereinsmitglieder direkt beim Produzenten einkaufen und nur ein regelmäßiger Informationsaustausch erfolge, unterliege es laut Aumüller nicht der Gewerbeordnung.

"Das ist, als ob sich die Atomlobby
von der Kremser Radlobby bedroht fühlt.“
Madlene Hochleitner 

Und darin erkennt Madlene Hochleitner „Krekoodel“ wieder. „Unsere derzeit 30 Mitglieder können über eine Software direkt beim Lieferanten bestellen, über ein aufgeladenes Guthaben wird bezahlt“, erklärt Hochleitner.

Dass die WK in Oberösterreich gegen FoodCoops protestiert, kann sie nicht nachvollziehen. „Bei Foodcoops geht es um einen Umsatz im Jahr, den ein Supermarkt an einem halben Tag erzielt. Das ist, als ob sich die Atomlobby von der Kremser Radlobby bedroht fühlt.“

Zehn Euro kostet die monatliche Mitgliedschaft (die auch ein Mitwirken in einem Arbeitskreis inkludiert), womit die Betriebskosten im Pfarrhof abgedeckt werden. Derzeit kann aus dem Sortiment von 15 Lieferanten, meist kleinbäuerliche Bioproduzenten, bestellt werden. Infos: foodcoopkrems@riseup.net .