Krems

Erstellt am 13. Juli 2016, 06:00

von Udo Sagl

"Tierfalle" Wasserbecken als Massengrab in Krems. Drama in den Kremser Weinbergen: Dutzende Ziesel, Hasen und Mäuse sind in einem Wasserbecken ertrunken. Der Tierschutzverein verlangt Gegenmaßnahmen.

Hier sterben massenhaft kleine Vierbeiner: Tierheimmitarbeiterin Katrin Hofbauer zeigt das tückische Becken im Bereich „In der Leithen“.  |  Lechner

„Ein Drama! Ich hoffe, dass hier rasch etwas unternommen wird.“ Tierschützerin Andrea Specht will nicht länger hinnehmen, dass in einer tückischen „Falle“ in den Kremser Weinbergen scharenweise Wildtiere verenden.

Todesgefahr: Ziesel sind besonders betroffen.  |  NÖN-Archiv

Es geht um ein Wasserauffangbecken im Bereich „In der Leithen“, das hinter einem mächtigen Baum verborgen liegt. Die Ränder des Beckens sind steil, und es gibt keine Aufstiegsmöglichkeit“, so Specht.

Schockierte Familie schlug Alarm

Mitarbeiter des Tierheimes Krems haben bereits mehr als 20 Kadaver aus der Todesfalle gefischt. „Es handelte sich mehrheitlich um Ziesel. Aber auch Mäuse und Hasen sind im Becken umgekommen“, berichtet Specht. Das Wasser stank bestialisch, und die Kadaver trieben aufgedunsen im Wasser.“

 „Es geht nicht nur um den qualvollen Tod von Tieren. Denn es könnten auch Kinder sehr leicht in das Becken rutschen und ertrinken. So etwas ist schon passiert.“

Tierschützerin Andrea Specht 

Eine schockierte Familie hatte die grausige Entdeckung beim Spazierengehen gemacht und schlug Alarm. Specht: „Wie mir die Eltern geschildert haben, war der Anblick für die tierlieben Kinder eine furchtbare Erfahrung.“

Ein Hase im vollen „Galopp“: Da kann es schon passieren, dass er ein Hindernis übersieht.  |  Shutterstock

Inzwischen haben Mitarbeiter des Tierheimes die toten Vierbeiner aus dem Becken gefischt. Außerdem setzten die freiwilligen Helfer eine provisorische Rettungsinsel aus Styropor ins Wasser, die nun täglich kontrolliert wird, um Wildtiere im Notfall befreien zu können.

Entschärfung durch eine Ausstiegshilfe möglich

Eine Dauerlösung ist die Aktion des Tierschutzvereines nicht: Deshalb hat Specht die Stadtgemeinde Krems alarmiert: „Abgesehen davon, dass der Ertrinkungstod für die bedauernswerten Tiere äußerst qualvoll ist, könnten auch Kinder sehr leicht in das Becken rutschen und ertrinken. So etwas ist erst kürzlich in einem anderen Bundesland passiert. Zur Entschärfung der Gefahrenquelle wäre dringend eine rutschfeste, flach ansteigende Ausstiegshilfe notwendig.“

Eine Entscheidung des Rathauses steht bisher noch aus.