Krems

Erstellt am 23. August 2016, 05:12

von Thomas Werth

Hunde-Freilaufbereich: Ablehnung für mehr Schilder. Hundebesitzer würden sich eine bessere Kennzeichnung an der Donau wünschen. Stadt Krems lehnt ab.

Zwei Schilder kennzeichnen den Freilaufbereich an der Donau. Zu wenig, wie Hundebesitzer finden.  |  NOEN

Zwei Schilder kennzeichnen an der Donau zwischen Eisenbahnbrücke und Hafengebiet jenen Bereich, in dem für Hunde keine Leinen- und Maulkorbpflicht besteht. Zu wenig, wie Hundehalter finden. Dazu zählt auch Eva Kaufmann. Denn für die Akita-Inu-Besitzerin ist klar: „Nicht jedem ist bewusst, dass die Hunde dort frei laufen dürfen.“

Die Folge seien Unverständnis und Rücksichtslosigkeit. Denn in dieser „Hundefreilaufzone“ sind die Vierbeiner bei weitem nicht die Einzigen, die den Weg entlang der Donau nutzen. Radfahrer, Jogger, Spaziergänger und auch Skater sind dort regelmäßig unterwegs – ein gemeinsames Miteinander nicht immer möglich.

„Vergangenen Donnerstag war ich mit einer Freundin und unseren beiden Hunden am Treppelweg zwischen Eisenbahnbrücke und Via Donau unterwegs. Uns kam eine Radfahrerin mit ihrer etwa neun Jahre alten Tochter entgegen. Damit diese ungebremst weiterfahren konnte, nahmen wir unsere Hunde zur Seite. Daraufhin kam kein Danke, sondern wir wurden wüst beschimpft und uns wurde der Mittelfinger gezeigt – direkt neben der Tochter“, erzählt Kaufmann eine unliebsame Begegnung.

Nachsatz: „So etwas erlebe ich, wenn auch nicht immer in diesem Ausmaß, beinahe täglich, obwohl mein Hund gut erzogen ist und keine Leute belästigt.“ Sie wünscht sich daher zumindest bei der Via Donau eine weitere Tafel, die auf frei laufende Hunde hinweist.

Schilder sind lediglich „Orientierungshilfe“

Denn der Abschnitt ist durch zahlreiche Zutrittswege erreichbar. Wer ihn etwa beim Behördenhafen betritt, wird nicht darauf hingewiesen, sich in einem Hundefreilauf-Bereich zu befinden. Die Stadt sieht darin auch kein Problem. „Man müsste ja sonst jeden Zugang zu diesem Bereich beschildern“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Die beiden Hinweistafeln würden lediglich eine Orientierungshilfe für die Hundehalter bieten. Denn die Stadt gehe ohnehin davon aus, dass Hundehalter über ihre Rechte und Pflichten Bescheid wissen, teilt die Pressestelle mit.

Zudem sei dieser Bereich keine definierte „Freilaufzone“ für Hunde, wie auch im übrigen Stadtgebiet keine existiert. „Es gibt genug Raum innerhalb des Stadtgebietes, wo laut Hundehaltergesetz keine Leinen- und Beißkorbpflicht besteht“, lautet die Begründung.

Hunde-Expertin Andrea Specht hofft auf eine Privatinitiative, die eine Hundezone in Krems errichtet, in der die Hunde herumtollen können.  |  NOEN, Symbolfoto: Shutterstock/Shevs

Die Frage, wo diese Areale abseits des beschriebenen Donau-Bereichs sein sollen, stellt sich nicht nur Andrea Specht vom Kremser Tierschutzverein. Sie ist Befürworterin einer eigenen eingefriedeten Hundeauslaufzone, die bereits vor Jahren vergeblich herbeigesehnt wurde.

„Ein naturnahes Areal, gut strukturiert, mit Schattenplätzen, einer geeigneten Umfriedung und natürlich einer angemessenen Größe bietet Hunden mehr Möglichkeit zu Freilauf und Sozialkontakt als eine ausgewiesene Strecke, die ebenso von Sportlern und Spaziergehern genutzt wird.“ Dass dies Geld koste, ist Specht klar: „Finanzielle Mittel sind in der Stadtkasse knapp, aber vielleicht ließe sich eine Initiative starten, die selbstständig nach Sponsoren für ein solches Unterfangen sucht“, hofft Specht.

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