Erstellt am 07. April 2016, 00:54

von Gertrude Schopf

Friedenskreuz als Mahnmal. Eine Fotomontage, die Hitler und Hakenkreuze zeigt: Das Denkmal oberhalb von St. Lorenz "dekonstruiert Nazi-Symbole".

Eröffnung „Mahnmal Friedenskreuz St. Lorenz“: Katharina Blaas (Kunst im öffentlichen Raum), Historiker Robert Streibel, Kuratorin Cornelia Offergeld, Künstler Martin Krenn, John J. Heartfield, Enkel des Fotomontage-Künstlers, Landesrätin Barbara Schwarz, Pater Clemens Reichl (vorne), Kunstvermittler Lehrer Gregor Kremser, Bürgermeister Erich Polz, Michael Schimek (Arbeitskreis Wachau).  |  NOEN, Leneis

Seit den 60er Jahren befindet sich oberhalb des Ortes, an einem Aussichtspunkt im Wald ein großes Holzkreuz, das der „Kampfgruppe Jokisch“ gewidmet war, einer Einheit der Deutschen Wehrmacht, die im Zweiten Weltkrieg in den Balkanländern im Einsatz stand. „In grauslichen Partisanenkämpfen – der Kommandant der Gruppe wurde dafür in den Nürnberger Prozessen verurteilt“, berichtet Robert Streibel.

Der Kremser Historiker war in jener Jury, die das Werk des Wiener Künstlers Martin Krenn ausgewählt hat, das nun vor das Wehrmachtskreuz gesetzt wurde. Auf einem Metallgewebe ist die Fotomontage des satirischen Bildes „Deutsche Eicheln 1933“ zu sehen, das der Künstler John Heartfield damals gestaltet hat.

Arbeit "erschreckt und irritiert" 

Eine sehr plakative Arbeit, die die Menschen, die hier vorbeikommen, „zuerst wohl einmal erschreckt und irritiert und dann zum Nachdenken anregt“, zeigte sich Landesrätin Barbara Schwarz bei der Eröffnung des Mahnmals Friedenskreuz „stolz auf diesen Platz“.

Ob es Mut gebraucht habe, diese Installation auszuwählen, und ob man Reaktionen erwarte, fragte Moderatorin Susanne Scholl die Kuratorin, Kunsthistorikerin Cornelia Offergeld. „Kunst im öffentlichen Raum fungiert als ein Filter für positive und negative Reaktionen“, so deren Antwort, „und Bürgermeister Erich Polz und Arbeitskreis-Manager Michael Schimek werden das tragen ...“

Die Neugestaltung des Platzes wurde von der Marktgemeinde Rossatz-Arnsdorf und der Regionalentwicklung Wachau-Dunkelsteinerwald initiiert.

Eine Schülerinnengruppe der HLM HLW Krems mit ihrem Lehrer Gregor Kremser entwarf Bildtafeln zum Thema.