Erstellt am 02. Februar 2016, 05:23

von Birgit Kindler und Thomas Werth

Gemeinderat durfte nicht in den Q-Stall. Süleyman Zorba durfte nicht ins Lokal und vermutet, es lag am Migrationshintergrund. Betreiber streiten dies vehement ab.

Süleyman Zorba war schon häufig im Q-Stall, auch nach dem Samstag-Vorfall war er bereits wieder dort. Die Betreiber weisen jeden Rassismus-Vorwurf strikt zurück: »Hat andere Gründe, wenn jemand nicht rein kommt.«  |  NOEN, Lechner/Archiv/Schwab

So hat sich der Traismaurer Grün-Gemeinderat Süleyman Zorba den vergangenen Samstagabend nicht vorgestellt. Er wollte, wie auch tags zuvor, wieder in den Q-Stall in Krems gehen.

Doch dieses Mal wurde ihm der Zutritt verwehrt. „Wahrscheinlich hat es eine Anweisung gegeben, dass das Personal keine Personen mit Migrationshintergrund hineinlässt“, vermutet Zorba. Hintergrund seiner Vermutung: Am Vortag soll es eine Rauferei in dem Lokal gegeben haben, an der einige Personen mit Migrationshintergrund beteiligt gewesen sein sollen.

Betreiber weisen Vorwürfe zurück

Als er doch noch in den Q-Stall gelassen wurde, weil er Stammkunde ist, wollte Zorba nicht bleiben: „Weil weitere Leute mit Migrationshintergrund nicht ins Lokal durften.“ Und der Grün-Gemeinderat ergänzt: „Meines Wissens nach gibt es diese Probleme, dass Leute dort nicht reindürfen, schon länger.“

Die Lokal-Betreiber weisen die Vorwürfe vehement zurück. „Unser Bar-Chef hat selbst Migrationshintergrund, viele Stammgäste ebenso“, erklärt Ines Anibas. Die Türsteher würden nach anderen Kriterien entscheiden, etwa, ob es noch genügend Platz gibt. „Und wenn jemand zu betrunken ist oder gegen die Kleiderordnung verstößt, darf er nicht hinein – egal ob Migrationshintergrund oder nicht“, betont Anibas, die von der angeblichen Schlägerei nichts gehört hat.