Spitz

Erstellt am 20. April 2017, 04:04

von Jutta Hahslinger

Junger Spitzer hetzte auf Facebook. Ein junger Spitzer muss wegen Postings gegen syrische Flüchtlinge 60 Stunden Sozialarbeit leisten.

Symbolbild  |  APA (Hochmuth)

„Ich habe keinerlei Kontakte zur rechten Szene. Ich habe unüberlegt gehandelt und aus Wut über die Flüchtlingspolitik und die Zustände in Traiskirchen diese Äußerungen auf Facebook losgelassen. Es tut mir sehr leid“, gesteht ein 26-jähriger Spitzer vor Gericht.

„Ihnen ist schon klar, dass Sie gegen eine konkrete Personengruppe gehetzt haben und Sie syrischen Flüchtlingen mit Missachtung begegnet sind?“, hakt Richter Michael Marvan nach. „Ja“, kommt es leise und sichtlich beschämt von dem Wachauer.

Nach einigen Konterkommentaren sei ihm damals dann schnell klar geworden, dass er eine Grenze überschritten habe und er zu weit gegangen sei: „Ich habe meine menschenverachtenden Äußerungen selbst gelöscht. Ich sehe ein, dass ich einen großen Fehler begangen habe. Derartiges wird mir auch sicher nie wieder passieren“, versichert er.

Der bislang unbescholtene und einsichtige Spitzer kommt noch einmal mit einem blauen Auge davon: Er muss 60 Stunden gemeinnützige Leistung erbringen, dann wird das Strafverfahren wegen Verhetzung gegen ihn eingestellt.