Erstellt am 15. März 2016, 04:14

von Thomas Werth

Giftige Knacker: Suche nach Täter. Polizei sucht fieberhaft nach jenem Täter, der in Theiß viele Giftköder ausgelegt hat – zuletzt sogar in Zentrum-Nähe.

Das Tierheim vermutet, dass die Knacker mit dem verbotenen Pflanzengift Carbofuran behandelt wurden, eine toxologische Untersuchung wurde beauftragt.  |  NOEN, Foto: privat

Nicht nur Tierbesitzer sind in Theiß in großer Sorge. In der Vorwoche wurden zumindest acht Knackwürste gefunden, die allesamt der Länge nach aufgeschnitten waren und eine seltsam blaue Färbung aufwiesen. Das Kremser Tierheim, das von den Funden in Kenntnis gesetzt wurde, vermutet, dass es sich dabei um Carbofuran handelt. „Das ist ein streng verbotenes Pflanzengift und erzeugt bei Haustieren Krämpfe, Erbrechen und führt meistens zum Tode“, erklärt Andrea Specht.

Bei der Polizei wurde Anzeige erstattet, die Ermittlungen wegen versuchter Tierquälerei und Sachbeschädigung laufen. Eine toxikologische Untersuchung der präparierten Knackwürste wurde in Auftrag gegeben. Bislang dürfte aber noch niemand zu Schaden gekommen sein.

Die Bevölkerung in Theiß ist freilich mittlerweile übervorsichtig. „Das fängt schon an, dass wir Autos bei der Polizei melden, die mit fremden Kennzeichen etwas langsamer vorbeifahren“, schildert eine besorgte Hundebesitzerin der NÖN.

Einige Hundehalter haben sich zusammengetan, um andere zu warnen. „Wir haben Flyer gedruckt, hängen diese auf oder legen sie beim Bäcker oder Fleischhacker auf. Die Leute müssen darauf aufmerksam gemacht werden“, erzählt die Frau, die besorgt ist, dass immer mehr vergiftetes Fleisch ausgelegt wird: „Es fing vor etwa drei Wochen an der Donau an, in den vergangenen Tagen gab es immer häufiger Funde, zuletzt wurden Knacker auch beim Friedhof oder am Radweg gefunden.“ Dies sei nicht nur für Hundehalter gefährlich: „Nicht weit entfernt von einem Fundort ist der Spielplatz, wo natürlich auch Kinder damit in Kontakt kommen könnten.“

Die Polizei Hadersdorf ersucht um Hinweise bei verdächtigen Wahrnehmungen oder bei weiteren Fundorten unter 059133/3442.