Erstellt am 12. Januar 2016, 05:08

von Udo Sagl

Gozzoburg: Belebung durch IMC-Projekt?. Es ist noch inoffiziell, aber schon ziemlich konkret: Fachhochschule und Stadtgemeinde Krems verhandeln über einen Pachtvertrag.

Stadtpalais Gozzoburg: Sprachinstitut und Vinothek in Sicht. Foto: privat  |  NOEN, privat
Vergangenheit und Zukunft in trauter Zweisamkeit: Die jüngsten Pläne für die ehrwürdige Gozzoburg sehen eine langfristige Belebung vor.

Tatsache ist: Die Rathausverantwortlichen sind sehr stark an einer erweiterten Nutzung des historischen Stadtpalais interessiert. Und genau in diesem Sinne laufen derzeit intensive Verhandlungen zwischen der Gemeinde und der IMC-Fachhochschule. Es geht um einen Pachtvertrag und um eine Einmietung von IMC-Einrichtungen.

„Noch ist alles offen. Wir werden sehen . . .“

Während das Denkmalamt prinzipiell bleiben soll, könnten andere Räumlichkeiten für das Internationale Sprachinstitut der Fachhochschule verwendet werden.

Auf alle Fälle soll auch der Gastronomiebereich wiederbelebt werden. „Das ist uns sehr wichtig“, erklärt Bürgermeister Reinhard Resch, der jedoch den laufenden Gesprächen nicht vorgreifen will. „Es gibt Projektentwicklungen. Noch ist alles offen. Wir werden sehen . . .“, so Resch.

Für den touristischen Bereich ist unter anderem die Einrichtung einer Vinothek angedacht, in der auch Imbisse angeboten werden sollen. Fixbestandteil des Konzepts sind Führungen, wobei der Wappensaal im Mittelpunkt steht.

Die Gozzoburg gilt als eines der bedeutendsten mittelalterlichen innerstädtischen Gebäude Österreichs. Ihre Geschichte beginnt im 13. Jahrhundert und ist bislang noch nicht gänzlich erforscht (siehe dazu unten).

Gozzo und die Burg

Aus Anlass der Generalsanierung wurde 2006 die Geschichte der Gozzoburg neu erforscht und neu geschrieben.

Derzeitiger Wissensstand: Der reiche und angesehene Kremser Bürger und mehrmalige Stadtrichter Gozzo erwarb um 1250 Grund und Vorgängerbau, dessen älteste Teile aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammen, und begann umfangreiche Umbauarbeiten. Das prächtige Stadthaus und Verwaltungsgebäude zählt zu den bedeutendsten frühgotischen „Profangebäuden“

Österreichs. Es hat mit der zur Straße geöffneten Loggia und dem darüber liegenden Saal italienische Paläste zum Vorbild. Der Wappensaal im Obergeschoß diente für Gerichtsverhandlungen, Ratssitzungen und offizielle Anlässe.

Die im Osten errichtete Katharinenkapelle mit Sitznischen unter einem achtteiligen Sternrippengewölbe und Farbverglasung ist noch nicht rekonstruiert.

Nach Gozzo wechselte die Anlage mehrmals die Besitzer und ihre Funktionen. So wurde 1548 ein renaissancezeitlicher Arkadengang im Innenhof errichtet, ab 1609 wurden Teile als Bierbrauerei verwendet. Auch später wurden die Räume individuellen Bedürfnissen angepasst.