Erstellt am 12. Februar 2016, 04:23

Hagelflieger: Kein Einfluss auf Regen. Experte der Hohen Warte bestätigt, dass Einsatz der Hagelabwehr die Niederschlagsverteilung nicht beeinflusst.

Hagelflieger-Geschäftsführer Johannes Eckharter.  |  NOEN, Foto: Lechner

2015 war im Einsatzgebiet der Hagelabwehr das gewitterärmste Jahr seit Langem. Der erste Einsatztag war der 1. Juni. Es folgten jeweils zwei weitere Einsatztage im Juni, Juli und August.

Allerdings wurde in den frühen Morgenstunden des 6. Mai ein Großteil des Abwehrgebietes östlich von Lengenfeld durch einen schweren Hagelschlag zerstört. Die Hagelflieger müssen nämlich zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang aus rechtlichen und technischen Gründen am Boden bleiben.

Die „Superzelle“ von der Nacht zum 6. Mai richtete auf mehr als 5.000 Hektar landwirtschaftlicher Anbaufläche geschätzte Schäden von etwa 5 Millionen Euro an.

Rainer Kaltenberger von der Hohen Warte bestätigte bei der Hauptversammlung des Kulturenschutzvereins aufs Neue, dass die Hagelabwehrmaßnahmen entgegen den Befürchtungen mancher Anrainergemeinden keinen Einfluss auf die Niederschlagsverteilung im Gebiet haben. Die Hagelabwehrmaßnahmen haben keinen Einfluss auf Ort, Menge und Zeitpunkt des Niederschlages. Beeinflusst wird lediglich die Konsistenz des Niederschlages, also ob dieser als Regen oder eben Hagel zu Boden fällt.

Flugzeug benötigt Rundumerneuerung

Der Kulturenschutzverein steht aktuell vor einer großen finanziellen Herausforderung: Die Cessna 172 „Rocket“, Baujahr 1970, benötigt eine Rundumerneuerung, was mit Kosten von 123.000 Euro verbunden ist. Die Landesregierung hat unter der Voraussetzung einer ebensolchen Beteiligung sämtlicher Gemeinden im Abwehrgebiet die Übernahme von einem Drittel der Kosten zugesagt.

Sieben Gemeinden im Abwehrgebiet haben bereits ihre Unterstützung zugesagt und teilweise ihren Anteil auch schon überwiesen. Die Verantwortlichen des Kulturenschutzvereines um Obmann Emmerich Granner und Geschäftsführer Johannes Eckharter hoffen auf rasche Unterstützungszusagen sowie Zahlungen der restlichen Gemeinden, damit dieses für das gesamte Abwehrgebiet sinnvolle Projekt nicht gefährdet wird.

Zur Finanzierung der Betriebskosten von 130.000 Euro wurde trotz der anhaltend hohen Kosten für Silberjodid eine Beibehaltung des Beitragssatzes von 25 Euro pro Hektar beschlossen.