Erstellt am 27. Juli 2016, 05:39

von Thomas Werth

Region Krems ist im Pokémon-Fieber. Der Trend um das Spiel „Pokémon Go“ hat auch Krems erreicht. Stadt organisierte Wanderung, Donau-Tourismus bietet eigenes Package an.

Magistrats-Praktikant Fabian Fischer (Mitte) organisierte eine Pokémon-Wanderung zu den besten Pokémon-Orten in der Stadt, an der unter anderem auch Elisabeth, Patricia, Christian und Marie (von links) teilgenommen haben.  |  NOEN, Norbert Stadler

Das Handy-Spiel „Pokémon Go“ hat auch die Region in ihren Bann gezogen. Unzählige Spieler fangen und trainieren auf ihrem Mobiltelefon die virtuellen „Taschenmonster“, die auf realen Plätzen erscheinen. Beispielsweise tummeln sich am Kremser Stadtpark, einem Ort, an dem sich zahlreiche Pokémon aufhalten, auffallend viele Spieler, die mit ihrem Handy vorm Kopf durch die Gegend ziehen.

Kein Wunder also, dass auch Institutionen und sogar Städte auf den „Pokémon-Zug“ aufspringen. So hat die Stadt Krems vergangenen Freitag einen „Pokéwalk“ angeboten, eine Wanderung zu jenen Stellen der Stadt, wo besonders viele der digitalen Monster gefunden und trainiert werden können. Mehrere dutzend Personen beteiligten sich daran. Die Idee dazu kam von Fabian Fischer, der derzeit am Magistrat ein Praktikum absolviert.

Stadt macht beim Trend mit

„Es ist derzeit der große Trend, jeder zweite Jugendliche hat das Spiel auf seinem Handy installiert. Also haben wir gedacht, es wäre super, wenn die Stadt bei diesem Trend mitmacht. Das Feedback ist jedenfalls großteils positiv gewesen“, erzählt der 17-Jährige.

Sogar Media Markt hat sich kurzerhand an dem Spaziergang beteiligt und der Stadt zehn mobile Akkuladegeräte zur Verlosung zur Verfügung gestellt (das Spiel ist bekannt dafür, den Akku des Handys sehr zu strapazieren).

Auch touristisch wurde der Pokémon-Hype bereits erkannt. So hat Donau-Tourismus kurzerhand ein Pokémon-Package für den Welterbesteig Wachau geschnürt. Der viertägige Ausflug führt auf der beliebten Wanderroute von Dürnstein über Weißenkirchen nach Spitz, Pokémon-Sammler sollen dabei voll auf ihre Kosten kommen.

Wer ein Foto eines vor dem Karikaturmuseum gefangenen Pokémon macht, darf gratis ins Museum.  |  Karikaturmuseum

„Es soll Eltern animieren, mit ihren Kindern raus in die Natur zu gehen“, erklärt Christa Mair die Idee dahinter. Donau-Tourismus hat das Package übrigens schon angeboten, bevor „Pokémon Go“ in Österreich offiziell als Download zur Verfügung gestanden ist.

Karikaturmuseum lockt mit Gratis-Eintritt

Und auch das Kremser Karikaturmuseum hat bereits Ideen umgesetzt. Denn direkt vor dem Karikaturmuseum befindet sich ein sogenannter Pokéstop (ein Ort mit besonderen Belohnungen für Pokémon-Go-Spieler). Mit dem Einsatz von realem Geld verbessert das Karikaturmuseum diesen Pokéstop vier Mal täglich für je 30 Minuten. „Dadurch gibt es mehr zu tun und mehr Spieler werden angelockt“, erzählt Martin Weiß, der ebenfalls als Praktikant das Pokémon-Fieber in das Museum gebracht hat. Der Lohn für eifrige Sammler: Jeder, der ein Pokémon vor dem Karikaturmuseum fängt, fotografiert und einem Mitarbeiter zeigt, darf gratis in das Museum.

 

 

Über Pokémon Go

Das vom US-Softwareunternehmen Niantic entwickelte „Pokémon Go“ ist ein Spiel für Smartphones und Tablets. Das Spiel ist kostenlos, sogenannte Premium-Gegenstände können gegen Echtgeld gekauft werden.

Mittels GPS-Daten wird die Position des Nutzers ermittelt und virtuell auf der Landkarte dargestellt. Auf dem Display sehen die Spieler Pokémon, die gefangen und gesammelt werden können, sowie spezielle Orte (Pokéstops und Arenen) für neue Gegenstände und zum Kämpfen. Diese Orte sind besonders an Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten anzutreffen.