Erstellt am 07. Januar 2016, 09:18

von Petra Vock

HAS geht ganz neue Wege. ie Schüler der 2. Klasse Handelsschule drücken im Sommersemester mittwochs nicht mehr die Schulbank, sondern lernen in Betrieben die Praxis kennen.

Die 2. Klasse der Handelsschule Krems bei einem Bewerbungsworkshop in der RAIKA Krems mit den Lehrerinnen Iris Bauer, Susanne Herndler und Karin Nothnagl sowie Angelika Reiterlehner-Bacher von der RAIKA.  |  NOEN, HAS Krems
„Für die Schüler ist es toll, dass sie ihr Praktikum nicht in den Ferien machen müssen“, zeigt sich Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiterin Doris Schartner angetan. „Und die Lehrer wirken wahnsinnig engagiert.“

Das neue Unterrichtsmodell „Praxis-HAS“ der Handelsschule Krems sieht nämlich vor, dass die Schüler der 2. Klasse HAS nächstes und übernächstes Semester jeden Mittwoch in einem Unternehmen statt in der Schule verbringen.

Praktikum wird Teil des Unterrichts

Auf diese Weise wird das Praktikum – das seit vorigem Schuljahr auch für die Schüler von HAK und HAS Pflicht ist – zu einem Teil des Unterrichts. Die Lehrer helfen bei der Suche nach Praktikumsplätzen und werden das Praxis-Projekt laufend im Unterricht begleiten.

„Von dieser Verbindung der Ausbildung mit dem Erleben der Praxis verspreche ich mir ungeheuer viel“, erklärt HAK-/HAS-Direktor Gernot Hainzl. „Die Schüler lernen betriebliche Abläufe kennen. Wie funktioniert Wirtschaft? Wie gehe ich mit Kunden um? Davon werden die Schüler sehr profitieren.“ Haben bereits alle einen Praktikumsplatz gefunden? „Noch nicht ganz, aber wir sind in der Endphase“, so Hainzl.

Unternehmen lernen potenzielle Mitarbeiter kennen

Für Unternehmer sieht Hainzl einen Nutzen darin, dass sie potenzielle Mitarbeiter länger kennenlernen können. Und Schüler haben die Chance, nach der HAS in ihrem Praxisbetrieb einen Job zu finden oder eine weitere Ausbildung zu absolvieren – wobei die Praxis-HAS Anrechnungsmöglichkeiten auf einen Lehrberuf eröffnet.
Wermutstropfen für die Schüler: Geld gibt es für diese Form des Praktikums nicht.

Das hat rechtliche Gründe, wie AK-Bezirksstellenleiterin Schartner erklärt: „Bei einem normalen Pflichtpraktikum in den Ferien handelt es sich um ein Dienstverhältnis. Wenn ein Schüler aber nur einmal in der Woche kommt und hauptsächlich zuschaut, hat das Ausbildungscharakter und ist ein Volontariat.“ Die Folge: Zwar gibt es keinen Lohn dafür, der Schüler ist aber auch nicht weisungsgebunden.