Erstellt am 15. September 2015, 10:13

von Karl Pröglhöf

Heiße Erdäpfel wieder da. Wegen der Rechtsunsicherheit haben im Vorjahr viele Heurigenwirte daraufverzichtet, heiße Erdäpfel zum Sturm zu servieren. Heuer gibt es sie fast überall wieder.

 |  NOEN

Im vorigen Herbst wurde ein Problem bzw. dessen Lösung nicht nur sprichwörtlich wie die „heiße Kartoffel“ von einer Stelle zur nächsten gereicht: Dürfen beim Heurigen zum Sturm heiße Erdäpfel mit Butter serviert werden – oder riskieren die Heurigenwirte eine Strafe, weil es sich um eine warme Speise handelt.

Traditionelles bäuerliches Essen 

Eine offizielle Klärung dieser Frage gibt es auch jetzt, ein Jahr später, noch nicht. Bauern- und Wirtschaftskammer wollen sich nicht festlegen. Der Kremser FPÖ-Nationalrat Walter Rosenkranz zeigt sich zuversichtlich, dass es zu einer gesetzlichen Regelung kommt, wonach es sich bei Sturm mit Erdäpfeln um ein traditionelles bäuerliches Essen handelt. Für die heurige Sturm-Saison wird sich diese Neufassung des Buschenschankgesetzes wohl nicht mehr ausgehen.

Angst vor Anzeige

Im Vorjahr haben viele Heurigenbetreiber sicherheitshalber auf die warmen Erdäpfel verzichtet, um einer Anzeige durch Vertreter der Gastronomie zu entgehen. Heuer haben eigentlich wieder so gut wie alle die kulinarische Ergänzung zum Saisongetränk auf ihrer Speisekarte. Bisher ist es zu keinen Beanstandungen gekommen. Und das ist auch gut so.