Erstellt am 01. April 2016, 04:14

von Jutta Hahslinger

Im Rausch: Stimme befahl Polizei-Attacke. "Er wirkte wie von Dämonen besessen", schildert Polizist die Begegnung mit 29-Jährigem, der um sich trat und mit Stühlen warf. .

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"Ich kann nicht einmal eine Fliege erschlagen. Normal werde ich auf Alkohol nur müde, nicht aggressiv“, wundert sich ein 29-jähriger Wachauer vor Gericht über seinen gewalttätigen Ausraster am 8. Februar vergangenen Jahres in Niederranna. Ja, räumt er ein, er werde schon einmal pampig und laut, aber so etwas: „Ich weiß noch, ich war auf einem Geburtstagsfest, und ich trank eine Flasche Jägermeister. Dann erinnere ich mich an Schmerz. Ich hatte eine Ladung Pfefferspray in die Augen bekommen. Dann spürte ich, jetzt drehe ich durch. Ein Gefühl, als wenn ich gleich platzen würde. Ich bat die Beamten selbst, mich zu fixieren“, schildert er.

Dies bestätigt ein Polizeibeamter und erzählt: „Wir waren von der verängstigten Gastgeberin alarmiert worden. Als wir ankamen, polterte er am Dachboden herum. Er ließ sich nicht beruhigen, schleuderte uns Stühle entgegen und versuchte, auf uns einzuschlagen. Dann schrie er, eine Stimme befehle ihm, uns zu verletzen. ,Helft mir doch!‘, brüllte er. Er wirkte wie von Dämonen besessen, trat und schlug wild um sich. Wir hatten keine Chance, ihn zu halten, und mussten zum Pfefferspray greifen. Um ihn für den Abtransport unter Kontrolle zu bringen, mussten wir ihn sogar mit Kabelbindern am Rettungssessel fixieren.“

Der Wachauer führt sein renitentes Verhalten auf den übermäßigen Alkoholkonsum und die Einnahme eines Drogenersatzpräparates zurück. „Ja, ich weiß, dass sich das nicht verträgt“, zeigt er vor Gericht Einsicht und entschuldigt sich. Der vorbestrafte Wachauer kommt noch einmal glimpflich davon: Für die Rauscheskapade setzt es fünf Monate bedingt.