Erstellt am 22. Juli 2016, 13:07

Polizeiauto voll gerammt. Erst eine Ladung Pfefferspray stoppte Alko-Raser (41), nachdem er bei Verfolgungsjagd einen Streifenwagen mit Rammbock-Aktionen lahmgelegt und Beamte attackiert hatte.

Nach zwei Rammbock-Aktionen war das Polizeifahrzeug ein Totalschaden.  |  NOEN, Manfred Wimmer

„Nach einem Streit mit meiner Frau habe ich sechs Flaschen Bier getrunken. Normal trinke ich keinen Alkohol. Ich war total übermüdet und fertig“, schildert der siebenfache Familienvater aus Tschetschenien vor Gericht.

Von der filmreifen Verfolgungsjagd am 21. April dieses Jahres im Raum Krems mit ihm als Hauptdarsteller habe er erst wieder ernüchtert, in Polizeigewahrsam erfahren, beteuert er Erinnerungslücken. „Ich weiß nicht genau, was ich alles angestellt habe“, erklärt er sichtlich beschämt.

Flucht mit 200 km/h und 1,1 Promille

Die Anklägerin hilft aus und listet auf: „Sie rasten mit über 200 km/h auf der S 33 der Polizei davon - zumindest vorerst. Auf der B 37 in Richtung Gföhl erwartete sie bereits eine Streife der Kremser Polizei. Sie rammten das Polizeifahrzeug und es musste im Bereich der Rampe zur B 218 anhalten. Als sie auf der Flucht erneut an der schon beschädigten Streife vorbeikamen, demolierten sie noch die rechte Wagenseite. Sie rasten mit Reifenschaden, Funken schlagend, rote Ampeln in Krems überfahrend, weiter. Als ihr Wagen dann in der Rechten Kremszeile in unmittelbarer Nähe zur Polizei liegenblieb, gingen sie noch auf die Beamten los. Erst eine Ladung Pfefferspray setzte Sie außer Gefecht. Ein Alkotest ergab 1,1 Promille.“

In diesem Mercedes raste der 41-Jährige dahin.  |  NOEN, Johann Lechner

„Ich habe mich selbst erschreckt. als ich das Polizeiauto rammte, fielen Schüsse“, behauptet der 41-Jährige plötzlich.

„Überlegen Sie ganz genau, was Sie sagen. Es wurde nachweislich keine einzige Dienstwaffe gezogen“, kontert die Anklägerin harsch und winkt mit einer Verleumdungsklage.

Der Beschuldigte macht einen Rückzieher und legt schlussendlich ein Geständnis ab.

Der bislang unbescholtene 41-Jährige wird zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Nicht rechtskräftig.