Erstellt am 13. April 2017, 04:59

von Karl Pröglhöf

Der Geehrte wurde nicht eingeladen. Kurios | Ex-SPÖ-Fraktionsführer erhielt keine Einladung für seine Verabschiedung. Dazu: Vorwurf gegen Bürgermeister im SP-Blatt.

Keine besten Freunde mehr: Jaidhofs Bürgermeister Franz Aschauer und der ausgeschiedene SPÖ-Fraktionsführer Johann Fichtinger.  |  NOEN, Archiv

Für Zündstoff sorgt die jüngste Ausgabe des SPÖ-Informationsblattes „Dorfplatz“. Darin rechnet geschäftsführender Gemeinderat Johann Fichtinger, der zu Jahresbeginn aus dieser Funktion ausgeschieden ist, mit ÖVP-Bürgermeister Franz Aschauer ab. Er wirft ihm Macht- und Amtsmissbrauch sowie Ungleichbehandlung der Gemeindebürger vor.

Dazu kommt – im Hintergrund – eine missglückte Verabschiedungsfeier.

Fichtinger, der über 20 Jahre dem Gemeinderat angehörte: „In den vergangenen Jahren wurde die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister immer schwieriger.“

Aschauer habe reines Gewissen

Als Beispiele führt er die Festsetzung von Aufschließungs- und Ergänzungsabgaben an. In einem Fall wurden einer Bewohnerin anfangs 21.000 Euro vorgeschrieben, letztlich blieben nach Rechtsstreit mit Unterstützung Fichtingers 4.500 Euro übrig.

Aschauer wehrt sich: „Es hat sich zwischenzeitlich mehrfach die Gesetzeslage geändert. Ich habe ein reines Gewissen.“

Schriftliche Einladung blieb aus

Nicht ganz so ist es bei der beabsichtigten Verabschiedung Fichtingers aus der Kommunalpolitik gewesen. Es gab, das berichten beide Seiten übereinstimmend, lose Gespräche, dass dies im Anschluss an die Gemeinderatssitzung im März bei einem Essen im Gasthaus Kargl erfolgen sollte. Eine schriftliche Einladung blieb aus. Aschauer: „Die ist leider vergessen worden.“ Fichtinger ging deshalb auch nicht hin.

Das vorbereitete Geschenk wollte der Bürgermeister dann persönlich in Eisengraben, wo beide daheim sind, abgeben. Fichtinger hat die Übernahme allerdings abgelehnt.