Erstellt am 14. November 2015, 09:22

Jetzt doppelt staunen in der Kunsthalle Krems. Ausstellungen „Now, At The Latest“ mit Werken aus der evn sammlung und „Now“ von Jorinde Voigt in der Kunsthalle Krems eröffnet. LH Pröll: „Kunsthalle Krems hat internationale Anziehungskraft entwickelt“.

 |  NOEN, NLK Johann Pfeiffer
Die Kunsthalle Krems feiert heuer ihr 20-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass präsentiert sie zwei besondere Ausstellungen: „Now, At The Latest“ mit Werken aus der „evn sammlung“, die heuer ebenfalls ihr 20-jähriges Bestehen feiert, und „Now“ mit Werken der deutschen Künstlerin Jorinde Voigt.

Eröffnet wurden die beiden Ausstellungen gestern, Freitag, mit LandeshauptmannErwin Pröll, den EVN-Vorstandsdirektoren Peter Layr und Stefan Szyszkowitz, Künstlerin Jorinde Voigt, Gottfried Paulus, Geschäftsführer der Kunsthalle, sowie den Kuratorinnen Stephanie Damianitsch, Brigitte Huck und Verena Gamper.

Internationale Anziehungskraft 

„Die Kunsthalle Krems ist ein Aushängeschild der niederösterreichischen kulturellen Infrastruktur“, so Landeshauptmann Pröll, der betonte, dass diese in den vergangenen 20 Jahren rund 1,3 Millionen Besucher verzeichnen konnte. „Die Kunsthalle Krems hat eine internationale Anziehungskraft entwickelt, die seinesgleichen sucht“, sagte Pröll, dass diese das kulturelle Profil des Landes schärfe.
 
Die evn sammlung sei „eine Bereicherung der kulturellen Szenerie des Landes Niederösterreich“, so der Landeshauptmann. Sie sei „eine tolle Ergänzung zur Sammlung des Landes Niederösterreich“. „Das Land Niederösterreich verfügt über sechs Millionen Sammlungsobjekte im Wert von 1,5 Milliarden Euro“, so Pröll.

Aufgrund der derzeitigen Ausstellungsfläche könne man der Öffentlichkeit davon aber nur vier Prozent darbieten. Das sei „eine der wesentlichsten politischen Motivationen“ gewesen, mit dem neuen Museum ein Kompetenzzentrum zu schaffen. Damit wolle man „die kulturelle Perspektive des Landes entsprechend erweitern, so Pröll. Zudem löse man damit „einen kulturtouristischen Impuls aus“, betonte der Landeshauptmann, dass die Kunstmeile Krems „ein wichtiger touristischer Faktor“ sei.

EVN-Sammlung gewährt spannende Einblicke

Die EVN habe ihre Sammlung auf zeitgenössische Kunst ausgerichtet, so EVN-Vorstandsdirektor Layr. Gezeigt worden sei diese bisher im Belvedere (2000) und im mumok (2005). Die evn sammlung umfasse 300 Werke, 55 davon würden in der Ausstellung in der Kunsthalle Krems gezeigt werden.
 
„Now, At The Latest“ zeigt einen Querschnitt durch die evn sammlung. Videoarbeiten von Mircea Cantor, Sonia Leimer, Dorit Margreiter, Christian Philipp Müller, Emilie Pitoiset, Florian Pumhösl, Anri Sala, Markus Schinwald, Ann-Sofi Sidén, Milica Tomic, Kay Walkowiak und Clemens von Wedemeyer bilden das mediale Rückgrat des Ausstellungsparcours, dem assoziativ und dialogisch weitere Werke aus der Sammlung eingegliedert sind. Die Ausstellung reflektiert nicht nur die eigene Vielfalt unterschiedlicher künstlerischer Positionen innerhalb der Sammlung, sondern bietet einen Einblick in das internationale Kunstgeschehen der letzten 20 Jahre.

Jorinde Voigt mit bisher größter Einzelschau

„Now“ ist die bisher größte Einzelausstellung der deutschen Künstlerin Jorinde Voigt. Diese spannt den Bogen von ihren an die klassische Konzeptkunst erinnernden frühen Notationen bis zu ihren aktuellsten, die menschliche Sehnsucht des Fliegens reflektierenden Arbeiten. Popsongs oder klassische Musikstücke, Temperaturverläufe, Windrichtungen und Lichtbögen werden wie akustische Impulse und Blickwinkel bis hin zu Farbwerten einzelner Pflanzen und Inhalte philosophischer Texte von der Künstlerin einer systematischen Analyse unterzogen.

Messbaren Parametern wie Ort, Zeit oder Lautstärken sowie selbst gesetzten Regeln bzw. ausgewählten Algorithmen folgend, verbindet Voigt diese Fragmente und Eindrücke der Wirklichkeit zu dynamischen, relationalen Gefügen.
 
Gezeigt werden die beiden Ausstellungen bis 21. Februar 2016.