Erstellt am 31. Mai 2016, 05:54

von Thomas Werth

Jugend: „Ohne sie wäre Krems tot“. Die NÖN lud die beiden Jugendgemeinderäte Jasmina Br?daninovicc und Georg Mantler zum Doppel-Interview und sprach über die Themen Fortgehen, Bildung und Politik.

Jasmina Brdaninovic: »Vielfalt an Freizeitmöglichkeiten zeichnet die Stadt aus.« Georg Mantler: »Krems lebt von den jungen Menschen, sie prägen das Stadtbild.«  |  NOEN, Fotos: Thomas Werth

Wie sehen sie das Verhältnis zwischen Politik und Jugend, wie ist es um die Fortgehmöglichkeiten von Jugendlichen bestellt, und welche Note bekommt das Kremser Bildungsangebot? Diese und viele weitere Fragen stellte die NÖN den beiden Jugendgemeinderäten Jasmina Brdaninovic (SPÖ) und Georg Mantler (ÖVP).

NÖN: Wie definieren Sie Ihre Aufgabe als Jugendgemeinderat?

Jasmina Brdaninovic: Es ist eine sehr vielfältige Aufgabe, wir müssen wissen, welche Themen bei den Jugendlichen präsent sind. Ich diskutiere oft stundenlang mit jungen Kremsern in meiner Umgebung.

Georg Mantler: Ich verstehe es als Lobbying-Arbeit. Es ist wichtig, die Meinung aus einer jungen Perspektive gegenüber der Stadtverwaltung und auch der eigenen Partei kundzutun. Das müssen aber nicht immer klassische Jugend-Themen sein.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Jugendlichen?

Brdaninovic: Wir müssen ihr Interesse für Politik wecken, derzeit interessieren sie sich hauptsächlich für Vereine. Die Gründung der SJ (Anm.: im Mai 2015) ist eine gute Möglichkeit dafür. Das geht aber natürlich nicht von heute auf morgen.

Mantler: Es gibt ja nicht den „klassischen Jugendlichen“, ich kann unmöglich in jeder Community dabei sein. Es ist daher schwierig, die komplette Bandbreite abzudecken, das funktioniert über Jugendorganisationen. Die JVP ist vor einigen Jahren in Krems eingeschlafen und nun wieder aktiv.

Was ist Ihrer Meinung nach die große Stärke der Stadt aus der Sicht der Jugendlichen?

Brdaninovic: Sicherlich die Vielfalt an Freizeitmöglichkeiten. Die Vereine, die Sportanlagen – da sind schon super Angebote dabei.

Mantler: Es ist die Fülle an Möglichkeiten, Krems hat eigentlich alles an einem Ort: Wohnen, Bildung, Freizeit.
Und die größte Schwäche?

Brdaninovic: Alle gehen gerne fort, hier würde sicherlich noch etwas gehen. Aber es ist schwierig.

Mantler: Ich würde auch die Ausgehmöglichkeiten nennen. Man muss aber sagen, dass es nicht so ist, dass es gar nichts gibt. Aber natürlich denkt man in diesem Zusammenhang gleich an die Ö-Hallen, die aber ursprünglich nicht als Clubbing-Location gedacht waren.

"Ohne sie wäre Krems ziemlich tot"

Brdaninovic: Clubbings alleine machen es ohnehin nicht aus. Es ist nur eine Zielgruppe, das Aus in den Ö-Hallen hat sicher keine Jugendlichen verscheucht.

Mantler: Krems lebt nun einmal von den jungen Menschen, ohne sie wäre Krems ziemlich tot. Sie prägen das Stadtbild, also muss die Stadt auch viel richtig machen.

Welche Schulnote geben Sie der Stadt für ihr Bildungsangebot?

Brdaninovic: Eine klare 1! Es gibt ein großes Angebot, man muss sich nur entscheiden.

Mantler: Ich gebe ihr auch eine 1. Allerdings gibt es Probleme bei den Schülerzahlen, das Angebot wird fast mindergeschätzt. So wird vor allem das Schulzentrum nicht so ausgiebig genutzt.

Woran liegt das?

Mantler: Es hat ein schlechtes Image, was – ohne es negativ zu meinen – wohl ein „Ausländerthema“ ist. Viele wollen ihre Kinder dort nicht hingeben.

Brdaninovic: Dabei habe ich noch nie was Negatives aus dem Schulzentrum gehört. Es treffen dort viele Kulturen zusammen, es ist nur verschrien.

Wie sieht es mit Ihren eigenen politischen Ambitionen aus? Sieht man Sie auch künftig im Gemeinderat?

Brdaninovic: Ich bin sehr gerne dabei und möchte sicherlich länger dabeibleiben. Meine Ziele verrate ich aber nicht.

Mantler: Ich habe kein klassisches Ziel. Ich denke schon, dass ich auch weiter dabei sein möchte.