Erstellt am 30. März 2016, 04:14

von Florian Braunauer

Der Ton macht die Musik. Florian Braunauer über den feinen Unterschied zwischen Fan und "Hooligan".

"Kogler raus, Kogler raus" tönte es nach dem Abpfiff in Kottingbrunn aus den Mündern einer Handvoll Kremser Schlachtenbummler. Dass nach einer bitteren Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten Unmut kundgetan wird, ist das Recht eines jeden Fans. Wenn aber Klubanhänger Sachbeschädigungen verursachen, mit der eigens engagierten Security aneinandergeraten und nur für Ärger sorgen, muss sich die Fangemeinde die Sinnfrage stellen. Auch eigene Spieler nach einer demoralisierenden Schlappe auszubuhen ist nicht die feine englische Art.

Einige Kremser Fans behaupten, Daniel Bayer hätte ihnen obszöne Gesten zugeworfen. Dass eine Geschichte jedoch immer mehrere Seiten hat, ist bekannt. KSC-Obmann Werner Nürnberger hatte diese Gesten nämlich nicht gesehen. Sofern die Kremser Anhänger im Recht sind, ist ihr Unmut zu verstehen. Auch ein Halbprofi-Spieler darf sich nach einer demoralisierenden Niederlage nicht unrühmlich verhalten. So steht aber Aussage gegen Aussage. Welche Version der Wahrheit entspricht, lässt sich für Außenstehende nicht sagen.

Fest steht aber auch, dass die Kremser Anhänger dem klassischen Fanbild momentan nicht entsprechen. Konstruktive Kritik ist in Ordnung, dennoch macht der Ton die Musik.