Erstellt am 19. Januar 2016, 05:58

von Thomas Werth

Fehlender Beleg für Sinnhaftigkeit. Thomas Werth über Begleiterscheinung der Registrierkassenpflicht.

Wären zum Unwort des Jahres die Unternehmer des Landes gefragt worden, das Ergebnis hätte wohl nicht „besondere bauliche Maßnahmen“ gelautet, sondern „Belegerteilungspflicht“.

Die Sinnhaftigkeit der Begleiterscheinung der Registrierkassenpflicht wird vielerorts zu Recht in Frage gestellt. Denn welchen Zweck hat es, den Kunden zu verpflichten, den Beleg – selbst beim Kauf eines einzigen Semmerls – mitzunehmen, ihn aber gleichzeitig nicht zu strafen, sollte er es nicht machen? Zumal er den Kassabon draußen im erstbesten Mistkübel ohnehin entsorgen dürfte. Umgekehrt droht einem Unternehmer allerdings eine Strafe von bis zu 5.000 Euro, sollte er den Beleg nicht aushändigen.

Wie hoch die Unzufriedenheit über diese, mit Jahreswechsel in Kraft getretene Änderung ist, zeigte in der Vorwoche ein Kremser Trafikant, dessen an den Finanzminister gerichtetes Schreiben auf Facebook mehrere tausend Mal geteilt wurde. Denn den Beleg, warum die Belegerteilungspflicht sinnvoll ist, haben viele Unternehmer vom Finanzministerium offensichtlich nicht erhalten.