Krems

Erstellt am 19. April 2017, 08:25

von Karl Pröglhöf

Es wird ein Wein sein …. Karl Pröglhöf über das Sterben der Kellergassenfeste.

In den 1980er-Jahren sind die Kellergassenfeste aus dem Boden geschossen wie die Schwammerln. Mittlerweile geht der Trend in die andere Richtung, immer weniger Winzer öffnen ihre Kellertüren für ein gemeinsames Fest.

Am Publikumsinteresse und damit am Geschäft liegt es nicht. Freie Sitzplätze auf den Heurigenbänken sind, so das Wetter mitspielt, stets Mangelware.

Es sind vielmehr die gesetzlichen und bürokratischen Rahmenbedingungen, die immer mehr Winzer vom Mitmachen abhalten. Da geht es um die Frage, welche warmen Speisen – Feuerflecken oder Erdäpfel zum Sturm – erlaubt sind, ohne eine Anzeige fürchten zu müssen, über die Beschäftigungsbestimmungen bis hin zur Registrierkassa. Das wollen sich immer weniger Winzer antun, umso mehr, als es sich vielfach um Hobbywinzer handelt.

Ihnen ist der Aufwand oft zu hoch. Dann machen sie nicht mehr mit. Und wenn in einer Kellergasse mit beispielsweise zwölf Kellern bei fünf die Türen geschlossen bleiben, bleiben letztlich auch die Besucher aus.