Erstellt am 13. Juni 2017, 06:17

von Udo Sagl

Kurz-Schluss und Kern-Spaltung. Udo Sagl zum Streit über den Kremser Wahltermin.

Ja, es stimmt wohl: Einiges spricht klar dafür, die Kremser Wahl mit der Nationalratswahl zusammenzulegen. Irgendwie drängt es sich auf, quasi gleich alles auf einmal zu erledigen.

Und ja, es stimmt: Einiges spricht deutlich dagegen. Wegen der zahlreichen Fehlerquellen ist das Risiko von ungewollter Vermantschung groß.

Also: Irgendwie hat die ÖVP recht, wenn sie eine Doppel-Wahl fordert. Und irgendwie kann man der SPÖ folgen, wenn sie die Warnungen von Spitzenbeamten ernst nimmt.

Aber worum geht’s wirklich?

Für die „neue Volkspartei“ ist Sebastian Kurz der populäre Wunderwuzzi, der mitreißt. Da kann es schon sein, dass die Kremser Schwarzen zu dem Schluss kommen: Wer bei Kurz ein Kreuzerl macht, der macht es zeitgleich auch bei Krammer.

In der SPÖ wiederum scheint der Glanz von Christian Kern etwas zu verblassen. Und da sind auch die gespaltenen Genossen-Meinungen über das Verhältnis zur FPÖ alles andere als förderlich.

Da kann es schon sein, dass der doch recht beliebte Resch in Krems etwas (zeitliche) Distanz zur Bundes-SPÖ halten will.

Es gilt freilich die Unschuldsvermutung.