Krems , Ybbs an der Donau

Erstellt am 25. April 2017, 04:35

von Thomas Werth

Man kann alles übertreiben. Thomas Werth über die Debatte um einen „frauenfeindlichen“ Friseur.

Ist es diskriminierend, wenn ein Friseur nur Männern und Kindern die Haare schneidet? Ist es andersrum aber beispielsweise in Ordnung, wenn in bestimmten Fitness-Studios nur Frauen trainieren dürfen?

Es sind mitunter äußerst skurrile Fragen, die in unserer heutigen Gesellschaft gestellt werden. Burak Caglayan kann davon ein Lied singen. Er ist nämlich momentan einer der bekanntesten Friseure des Landes – weil er kürzlich einen Salon in Ybbs eröffnet hat, der eben nur auf Männer und Kinder als Kunden zielt ( die NÖN berichtete, siehe hier und unten)...

In Krems führt er ein derartiges Geschäft bereits seit fünf Jahren – ohne, dass er deshalb auch nur einmal negativ darauf angesprochen wurde. Warum nun gerade ein kleiner Salon in Ybbs das Sinnbild von „Frauenfeindlichkeit“ sein soll, ist nicht nachvollziehbar.

Man sollte also unbedingt die Kirche im Dorf lassen. Dass die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen noch in vielen Bereichen des Lebens (akuten) Aufholbedarf hat, ist kein Geheimnis. Doch ein Herren-Friseur zählt definitiv nicht zu diesen Problemen.