Erstellt am 05. Juli 2016, 05:59

von Thomas Werth

Wenn Mama zur „Fremden“ wird. Thomas Werth über das Missverständnis vor der Paudorfer Volksschule.

Wenn ein Kind von jemandem aus einem Auto mit ausländischem Kennzeichen heraus angesprochen wird, dann schrillen bei vielen sofort die Alarmglocken. Plattformen wie Facebook ist es dann zu verdanken, dass sich solche Meldungen in Windeseile verbreiten – und damit natürlich neben erhöhter Vorsicht auch Angst und Wut. Zuletzt ist dies – angeblich – in Paudorf passiert. In unmittelbarer Nähe zur Schule sei ein Kind von einem Unbekannten angesprochen worden.

Prinzipiell ist danach auch alles richtig gemacht worden: Eine besorgte Mutter meldete das Gesehene der Volksschuldirektorin, die ihrerseits sofort die Polizei informierte und Gespräche mit den Schülern suchte. Was zu diesem Zeitpunkt niemand wusste: Der „Entführer“ war die Mutter des Kindes, die in einem Auto mit polnischem Kennzeichen gesessen ist.

Klar: Autos von Personen, die ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben, müssten auch hier zugelassen sein. Aber wäre der „Vorfall“ vor der Schule auch aufgefallen, wenn das Kennzeichen ein heimisches gewesen wäre?