Erstellt am 24. November 2015, 04:13

von Karl Pröglhöf

Krems nicht im Schussfeld. Karl Pröglhöf über die filmische Aufarbeitung der Merkur-Tragödie.

Wer den wahren und tragischen Hintergrund nicht kennt, bringt den Film „Einer von uns“ nicht mit Krems in Zusammenhang. Darin wird der Einbruch in den Merkur-Markt aufgearbeitet, bei dem im August 2009 der damals 14-jährige Florian P. während des Polizeieinsatzes von einer Kugel tödlich getroffen wurde.

Der Film, der jetzt im Kesselhaus-Kino NÖ-Premiere hatte, wurde in Wels gedreht, wodurch es keine optischen Anhaltspunkte zu Lerchenfeld gibt, sieht man vom Grafitti „Only god can judge me“ ab, das Regisseur Stephan Richter in den Film übernommen hat.

„Einer von uns“ ist eher eine Milieustudie, die den trostlosen Alltag Jugendlicher am Stadtrand aufzeigen will. Ob sie die tatsächliche Situation in Lerchenfeld trifft, ist fraglich.
Der tödliche Schuss fällt erst kurz vor Filmende, so dass auch das Verhalten der Polizisten wertneutral im Raum stehen bleibt.

Detail am Rande: Jack Hofer aus Gedersdorf, der Florian P. (im Film: Julian) spielt, ist somit der leibhaftige Beitrag aus der Region Krems.