Erstellt am 28. Oktober 2015, 04:52

von Thomas Werth

Nicht über einen Kamm scheren. Thomas Werth über den Bettel-Vorfall in der Kremser Innenstadt.

Die Kremser Innenstadt ist um einen Bettel-Skandal reicher. Zur Erinnerung: Vor etwa eineinhalb Jahren sorgte ein vermeintlich gehbehinderter Bettler für österreichweite Schlagzeilen, als er mit seinen Krücken auf einen Pensionisten einprügelte und danach im Laufschritt flüchtete. Der aktuelle Fall ist nicht minder schockierend: Dieses Mal war eine zehnjährige Schülerin das Opfer, ihr wurde von einer bettelnden Frau einfach Kleingeld aus der Hand gerissen.

Damit ist auch das Bettlerthema kurz vor Beginn der Adventzeit in Krems wieder aktueller denn je, die Stimmung unter anderem auf Facebook, wo der Vorfall gepostet wurde, äußerst hitzig. „Alle Bettler raus aus der Innenstadt“, wird unter anderem gefordert.

Doch bei allem berechtigten Ärger: Es muss weiterhin zwischen jenen Bettlern unterschieden werden, die Passanten äußerst aufdringlich sogar bis in das Geschäft verfolgen, und jenen, die still sitzend darauf warten, bis jemand ihnen Kleingeld vor die Füße wirft. Gegen Letztere darf die Polizei nicht vorgehen. Sie kann aber mit verstärkten Kontrollen wieder dafür sorgen, dass aggressives Betteln eingedämmt wird.