Erstellt am 02. Februar 2016, 05:13

Riskant, aber goldrichtig. Thomas Werth über die Betreuung der Flüchtlinge in Krems.

Hut ab, was Manuela Leoni als Koordinatorin der Flüchtlingshilfe zusammen mit ihrem ehrenamtlichen Team in den vergangenen Monaten in Krems geleistet hat. Sie alle tragen einen großen Anteil daran, dass Skandal-Geschichten um Flüchtlinge in Krems entweder dem Bereich der Märchen zuzuordnen sind oder völlig überzogen dargestellt werden – weil man sie versucht, optimal zu integrieren.

Dass die Stadt diese Verantwortung einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin – allerdings mit Erfahrung im Bereich der Integration und Sozialarbeit – umgehängt hat, war zwar riskant, hat sich aber als goldrichtig herausgestellt. Dennoch ist der Schritt zu einer Professionalisierung unerlässlich: Leoni wird künftig durch drei 20-Stunden-Kräfte ersetzt, die auch die Wachau mitbetreuen sollen.

Die Aufgabe wird für das neue Trio freilich nicht leichter werden: Die Zahl der Flüchtlinge wird weiter steigen, das obere Limit an freiwilligen Helfern scheint derzeit aber erreicht. Dazu kippt die Stimmung auf bundespolitischer Ebene. Bleibt zu hoffen, dass sie es nicht auch in Krems tut.