Erstellt am 22. Dezember 2015, 07:45

von Karl Pröglhöf

Schockstarre in der ÖVP. Karl Pröglhöf über die Krise bei den „Schwarzen“ in Krems.

Drei Jahre nach dem Verlust des Bürgermeistersessels hat sich die Kremser ÖVP von diesem Schock noch immer nicht erholt. Ein Zeichen dafür: Vizebürgermeister Wolfgang Derler musste bei der jüngsten Gemeinderatssitzung kurzfristig weg, weil es in der HLW Tulln, wo er Leiter ist, zu einem Gasaustritt gekommen war.

Daraufhin fiel der Debattenbeitrag der ÖVP – sieht man vom Vortrag des Zahlenwerks durch Stadtrat Erwin Krammer ab – einfach aus. Es fand sich in der Fraktion niemand, der spontan einspringen konnte/wollte.

Ein anderes Beispiel: Die ÖVP stimmte mit der SPÖ für die Anhebung des Tagestarifs in der Grünen Zone und ließ damit eine Chance aus, Bürgermeister Resch, der im Wahlkampf noch für die Aussetzung der Grünen Zone war, „anrennen“ zu lassen.

Das Mitziehen mag zwar im Hinblick auf die Finanzen „stadttragend“ sein, Sympathien und Wählerstimmen wird es mit Sicherheit nicht bringen.
Bis zur Neuwahl im Herbst 2017 sind noch knapp zwei Jahre Zeit. Die ÖVP täte aber gut daran, ihr Profil schon jetzt zu schärfen.