Erstellt am 18. Oktober 2016, 08:30

von Thomas Werth

Verlagern, kein Verschwinden. Thomas Werth über die Auswirkungen eines sektoralen Bettelverbots.

Nun ist es fix: Krems wird, sobald es möglich ist, die Verordnung für ein sektorales Bettelverbot in die Wege leiten und damit das „stille Betteln“ verbieten. Stadtchef Resch hat dies allen Parteienvertretern verkündet. Die meisten Fraktionen unterstützen ein Bettelverbot.

Wer sich aber erhofft, künftig keine Bettler in der Innenstadt zu sehen, wird enttäuscht. Denn der Stadt ist es nur möglich, ein räumlich wie zeitlich begrenztes Bettelverbot zu erlassen. Wie diese Beschränkungen aussehen können, wird in den kommenden zwei Wochen besprochen und anschließend geprüft. Das Hauptaugenmerk liegt aber natürlich auf der Landstraße.

Auch wenn die Maßnahme künftig legitim ist und es für die Stadt attraktiv ist, an Adventsamstagen oder an langen Einkaufsabenden bettelfrei zu sein: An der Problematik an sich ändert die Maßnahme freilich nur wenig. Aus Sicht der Stadt verlagert sich im schlimmsten Fall der Bettel-Hotspot auf andere Kremser Plätze, im besten Fall einfach auf andere Gemeinden. Gänzlich verschwinden werden die ungeliebten Bettler so jedenfalls nicht.