Erstellt am 20. Oktober 2015, 05:07

von Karl Pröglhöf

Wie man es macht ist es verkehrt. Karl Pröglhöf über Ehrung oder Nicht-Ehrung des Gföhler Alt-Bürgermeisters.

17 Jahre lang war Karl Simlinger Bürgermeister von Gföhl. In dieser Zeit hat er zweifellos viel für die Stadt geleistet und zustande gebracht. Er hat es aber auch geschafft, seinen eigenen Ruf zu ruinieren. Nach zwei verlorenen Wahlen hatte er den richtigen Zeitpunkt für einen Rückzug verpasst. Selbst in den eigenen Reihen oft als „Waldviertel-Putin“ bezeichnet, fiel er immer öfter mit eigensinnigen Entscheidungen auf und verlor völlig die Gesprächsbasis zu den (auch nicht immer einfachen) politischen Mitbewerbern.
 

Gestolpert ist er letztlich über den umstrittenen „Asylanten-Sager“. Dass er ein „notorischer Judenhasser“ sei, wie ihm nun das Mauthausen-Komitee vorwirft, ist jedoch sicher aus der Luft gegriffen.

Nachfolgerin Ludmilla Etzenberger ist in einer Zwickmühle. Simlinger wegen der missglückten Aussage nicht zu ehren, wäre angesichts seiner Verdienste ungerecht. Andererseits hat das Ansinnen, ihm den Ehrenring zuzuerkennen, wieder viele alte Wunden aufgerissen.

Es allen recht zu machen, ist einfach verdammt schwer.