Erstellt am 01. März 2016, 05:39

von Thomas Werth

Willkommen im Gemeinderat. Thomas Werth über emotionale Gespräche in der jüngsten Sitzung.

Keine Frage, auf eine gewisse Art waren die emotionalen Wortmeldungen in der Februar-Sitzung des Kremser Gemeinderats unterhaltsam – wenn man beiseite lässt, dass sie nicht im Wirtshaus, sondern im Steiner Rathaus gefallen sind. Natürlich soll man über Unklarheiten diskutieren, unterschiedliche Gesichtspunkte und Meinungen kundtun, vor allem im Gemeinderat.

Dass auch Emotionen im Spiel sein können, ist dabei ja absolut legitim. Doch sollte im Sitzungssaal einerseits ein gewisses Niveau nicht unterschritten werden (Stichwort: „Gosch’n-Sager“) oder persönliche Dinge überhaupt gänzlich unter vier Augen besprochen werden.

Die Gefahr ist jedenfalls da, dass Sticheleien und Provokationen in den nächsten Monaten nicht weniger werden, rückt ja auch die Wahl im Herbst 2017 mit großen Schritten näher. Ohne konsequenteres Durchgreifen könnten künftig häufig Wortmeldungen zum Rundumschlag ausgenutzt werden.

Bürgermeister Resch hat jedenfalls keine leichte Aufgabe: Denn der Grat zwischen emotionalen Diskussionen und persönlichen Attacken ist oft ein schmaler – eben wie auch im Wirtshaus.