Erstellt am 10. Mai 2016, 04:34

von Thomas Werth

Kopfschuss: Biber qualvoll verendet. Nagetier wurde im Bereich des Hafens leblos aufgefunden.Ihm wurde in den Oberkiefer geschossen - Schuss nicht sofort tödlich.

Mittels Sonde wurden die Flugbahn und die Eintrittstiefe des Projektils gemessen. Sowohl Projektil als auch der Oberkiefer des Bibers sind zersplittert (siehe Röntgenaufnahme, kleines Bild).  |  NOEN, Foto: privat

Wieder ein erschreckender Fall von Tierquälerei in Krems: Am Samstag der Vorwoche wurde im Bereich des Hafens ein toter Biber gefunden – ihm wurde in den Kopf geschossen. „Es handelte sich um ein kleinkalibriges Geschoss, das in der linken Seite eingetreten ist und den Oberkiefer zerbröselt hat“, erklärt der Gföhler Tierarzt Ingo Mai, der den Nager untersucht hat.

Und er ist sich sicher: „Der Biber war nicht sofort tot. Er dürfte in einen Schock versetzt worden und geflüchtet sein. Dann dürfte er qualvoll gestorben sein.“ Bestätigt sieht sich Mai darin, dass am Fundort keinerlei Blut gefunden wurde.

Keinen Zweifel hat Mai auch daran, dass der Schuss gezielt war: „Er muss von einem geübten Schützen – vermutlich aus nächster Nähe – abgegeben worden sein.“

Für Mai und weitere Tierschützer ist auch klar, dass der Abschuss illegal war. Der Tierarzt war diesbezüglich auch mit einer Biberbeauftragten der Boku Wien in Kontakt, die ihm mitgeteilt hat: „Wir befinden uns momentan in der auch von der Behörde klar definierten Schonzeit.“ Diese gilt für Biber von April bis Ende August.

Seitens des NÖ Tierschutzverbandes wurde wegen illegalen Abschusses und Tierquälerei Anzeige erstattet.

Leider ist dies kein Einzelfall. Erst im März wurde eine flugunfähige Türkentaube am Mittergriesweg von Passanten entdeckt: Auch in ihr steckte im Bereich der Schulter ein Projektil. „Ich habe monatlich mit Schussverletzungen zu tun“, so Tierarzt Mai.